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PreisentwicklungDeutsche Inflationsrate im April wohl leicht gesunken

Die Zahlen aus den Bundesländern zeigen, dass vor allem die Preise für Nahrungsmittel zurückgegangen sind. Das Statistische Bundesamt gibt seine erste bundesweite Schätzung am Nachmittag ab. 28.04.2023 - 11:37 Uhr

Bundesweit dürfte die Inflationsrate Experten zufolge bei 7,3 Prozent liegen. Das wäre der niedrigste Stand seit August 2022.

Foto: dpa

Der Inflationsdruck in Deutschland hat im April voraussichtlich nachgelassen. Darauf deuten die am Freitag veröffentlichten Angaben der Statistikämter aus sechs Bundesländern hin, auf deren Basis das Statistische Bundesamt am Nachmittag eine erste bundesweite Schätzung veröffentlichen will. In Nordrhein-Westfalen sank die Teuerungsrate von 6,9 auf 6,8 Prozent, in Baden-Württemberg von 7,8 auf 7,3 Prozent, in Sachsen von 8,3 auf 7,6 Prozent, in Hessen von 7,1 auf 6,9 Prozent und in Brandenburg von 7,8 auf 7,6 Prozent. In Bayern verharrte sie bei unverändert bei 7,2 Prozent.

Bundesweit dürften die Verbraucherpreise um durchschnittlich 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat steigen, sagen die von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Volkswirte von 21 Banken im Schnitt voraus. Das wäre der niedrigste Stand seit August 2022. Im März war die Teuerungsrate deutlich auf 7,4 Prozent gefallen, nachdem sie im Januar und Februar noch bei jeweils 8,7 Prozent gelegen hatte.

„Die Nahrungsmittelinflation überschreitet ihren Höhepunkt“, nannte der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding, einen Grund für die erwartete geringere Teuerungsrate. In Hessen etwa sanken die Nahrungsmittelpreise um 1,4 Prozent zum Vormonat und damit erstmals seit September 2021.

„Im April kommt wahrscheinlich ein größerer Teil des Gemüses nicht mehr aus Gewächshäusern, die zu deutlich höheren Kosten als in den Vorjahren beheizt werden müssen“, sagte Schmieding. Zudem stiegen auch die Energiepreise nicht mehr so stark wie noch vor wenigen Monaten.

Die meisten Experten gehen davon aus, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten stärker nachgeben wird. So hat der Preisdruck auf den vorgelagerten Stufen, nämlich auf Einfuhr-, Großhandels- und Erzeugerebene, bereits deutlich nachgelassen. Die Importe verbilligten sich im März sogar erstmals seit mehr als zwei Jahren, und zwar um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Entspannung dürfte mit Verzögerung bei den Verbrauchern ankommen.

Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien, geht davon aus, dass „der Inflationsdruck deutlich und zügig abnimmt“. Das sieht NordLB-Chefökonom Christian Lips ähnlich: „Ab Mai dürfte die Inflation dann stärker nachlassen. Bis zum Jahresende könnten wir uns in Richtung drei Prozent bewegen“.

rtr
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