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Preissteigerung Deflation könnte Inflation überholen

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Unterstützung von der Statistik

Jobs bleiben sicher
Was die Unternehmen für 2013 planen und welche Risiken sie für die Konjunktur sehen.* _____________________________________________________________ * Umfrage des ifo Instituts unter knapp 600 Unternehmen aus Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen im Dezember 2012, Differenz zu 100: keine Angabe ** Mehrfachnennungen möglich
Was die Unternehmen für 2013 planen und welche Risiken sie für die Konjunktur sehen.* _____________________________________________________________ * Umfrage des ifo Instituts unter knapp 600 Unternehmen aus Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen im Dezember 2012, Differenz zu 100: keine Angabe ** Mehrfachnennungen möglich
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Was die Unternehmen für 2013 planen und welche Risiken sie für die Konjunktur sehen.* _____________________________________________________________ * Umfrage des ifo Instituts unter knapp 600 Unternehmen aus Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen im Dezember 2012, Differenz zu 100: keine Angabe ** Mehrfachnennungen möglich

Vieles deutet also darauf hin, dass die Zentralbanken nicht so schnell von ihrer lockeren Geldpolitik los kommen. Unterstützt werden sie dabei von den Statistikern. Denn die Inflationszahlen waren bisher kaum Angst einflößend. Das Statistische Bundesamt vermeldete in der vergangenen Woche, dass 2012 der Preisanstieg übers Jahr gesehen bei genau zwei Prozent lag. 2011 waren die Preise noch um 2,3 Prozent zum Vorjahr gestiegen.

Auch in den USA sind die Preise zuletzt langsamer gestiegen. Das liegt vor allem am sinkenden Ölpreis. Im Dezember 2012 stiegen die Preise um 1,7 Prozent zum Vormonat, die Teuerungsrate liegt damit deutlich unter dem von der US-Notenbank angestrebten Wert von zwei Prozent.

Kurzfristig scheinen die Sorgen der deutschen Sparer vor der Hyperinflation also unbegründet. Viele Volkswirte erwarten für 2013 sogar rückläufige Teuerungsraten. „Die Inflationsrate dürfte 2013 eher sinken“, sagt Andreas Rees, Chefvolkswirt Deutschland bei der Unicredit. Schließlich handele es sich dabei um einen sogenannten nachlaufenden Indikator, die schlechten Wachstumszahlen der Euro-Zone aus den letzten Quartalen werden sich also erst in den nächsten Monaten in den Zahlen widerspiegeln.

„Im Moment ist es noch zu früh, um die Geldschwemme aus der Badewanne wieder rauszulassen“, sagt Rees. Für einen geldpolitischen Richtungswechsel müssten sich die Länder der Euro-Zone weiter stabilisieren. Anderenfalls riskiere die Politik, dass kriselnde Staaten sich nicht mehr finanzieren könnten.

Was für und gegen eine Rezession in Deutschland spricht

Auch Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), forderte die EZB in der vergangenen Woche zu einer erneuten Lockerung der Geldpolitik auf. Eine derartige Maßnahme sei angemessen, um die Nachfrage in Europa aufrecht zu erhalten. Andere gehen sogar noch einen Schritt weiter. Einige Investoren, wie beispielsweise der amerikanischen Anleihe-Guru Jeffrey Gundlach, warnen bereits vor einer weltweiten Deflation, also sinkenden Preisen. Sobald die Zentralbanken die Notenpresse stoppen würden, könnten rund um den Globus die Preise fallen. Ökonomen warnen in der Regel vor Deflation, da die sinkenden Preise die Investitionsbereitschaft der Unternehmen bremst und die Konjunktur auf diese Weise schnell in eine Abwärtsspirale rutschen kann. Auch die Konsumenten bremsen ihre Nachfrage, um die niedrigsten Preise abzuwarten. Das verstärkt den negativen Effekt.

Vor allem an den Börsen sind die Effekte der lockeren Geldpolitik laut Gundlach klar zu erkennen. Die hohen Aktienkurse seien das Ergebnis der gesteigerten Geldmenge. Doch genau die Aktienkurse sind es, die anderen Bauchschmerzen bereiten. „Die Inflation ist längst da“, sagt Thorsten Polleit, Chefvolkswirt des Goldhändlers Degussa. Vor allem bei Aktien und Immobilien sei die Teuerung bereits gut spürbar. Das Problem sei, dass derartige Bestandsgüter nicht zur Messung der Inflation herangezogen werden. „Die Messung der Inflation anhand eines Warenkorbs ist mittlerweile unzureichend und irreführend“, sagt Polleit. In den Körben seien nämlich nur Güter des laufenden Bedarfs wie beispielsweise Lebensmittel.

Deflation ist ein Thema

Dennoch sei das Thema Deflation nicht vom Tisch zu weisen. „Grundsätzlich ist das Problem tatsächlich gegeben“, sagt Polleit. Allerdings sei das eine sehr kurzfristige Sicht der Dinge, die die lange Frist ignorieren würde. Je früher das Gelddrucken beendet würde, desto besser. Zwar sei die Inflationsrate zur Zeit auf einem Tiefpunkt. Aber das Geld, welches die Zentralbanken geschöpft hätten, werde sich schon seinen Weg in die Realwirtschaft suchen.  „Das ist wie bei einem Rohrbruch. Auch das Wasser taucht irgendwann dort in der Wohnung auf, wo man es am wenigsten vermutet.“

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