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Rezession EU-Finanzminister schreiben 2010 ab

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Der Wirtschaftsweise Christoph Quelle: dpa

In den letzten Wochen häuften sich die Stimmen der Ökonomen, die noch lange keine Wiederbelebung der Wirtschaft sehen. So prognostizierte die Europäische Zentralbank (EZB) jüngst für den Euro-Raum 2009 ein Schrumpfen der Wirtschaft um 2,7 Prozent und 2010 eine Stagnation. Besonders pikant: In den vergangenen zehn Jahren fielen die Prognosen der EZB meist zu optimistisch aus.

Auch das neue Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Christoph Schmidt, gibt sich wenig optimistisch. Der Wirtschaftsweise sagte kurz vor seiner Ernennung: „Im Jahr 2010 dürfte es langsam wieder aufwärtsgehen. Bis allerdings ein kräftiger Aufschwung einsetzt, können viele Monate, wenn nicht Jahre vergehen.“

Zudem rechnet Schmidt damit, dass Ende 2009 etwa 600 000 Menschen mehr arbeitslos sein werden als zu Beginn dieses Jahres. „Da die Krise erst mit zeitlicher Verzögerung auf dem Arbeitsmarkt ankommt, könnte es 2010 noch schlimmer werden.“

Die Deutsche Bank geht davon aus, dass die Krise der Realwirtschaft ihren Höhepunkt noch lange nicht erreicht hat. Intern gehen die Top-Manager angeblich davon aus, dass der Tiefpunkt der Krise erst 2010 erreicht sein wird.

Selbst Krisen-Guru Nouriel Roubini ist überrascht

Die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute zeichnen für die hiesige Wirtschaft schon seit längerem düstere Prognosen. Schon Mitte Dezember erklärte das Münchner Ifo-Institut, dass die Wirtschaftsleistung in Deutschland dieses Jahr um 2,2 Prozent und im Jahr 2010 noch ein weiteres Mal um 0,2 Prozent zurückgehen werde.

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft sieht die Lage ähnlich. Das Institut geht davon aus, dass sich die deutsche Wirtschaft „am Beginn der schwersten Rezession seit vielen Jahrzehnten"“ befinde. 2009 werde die gesamtwirtschaftliche Kapazitätsauslastung mindestens so niedrig sein wie 1974 und 1975, als es einen massiven Einbruch in der Weltwirtschaft gegeben habe. „Es kann sogar noch schlimmer werden, der Abschwung könnte sich bis weit in das Jahr 2010 hinein fortsetzen“, hieß es schon im Dezember aus Kiel. 

Und was meint Nouriel Roubini, der Professor an der New Yorker Stern School of Business, der die Finanzkrise als einer der wenigen Ökonomen vorhergesagt hatte? „Die Krise entwickelt sich in einem Tempo, das für viele überraschend ist. Auch für mich. Und sie ist noch lange nicht vorbei“, sagt der US-Ökonom. „Wenn wir Glück haben, dann wird es vielleicht Ende 2010 langsam besser. Doch gut möglich, dass es viel länger dauert.“

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