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Rezession IWF prophezeit Europa düstere Zeiten

Die Schulden-Krise erreicht endgültig Europas Realwirtschaft. Der Internationale Währungsfonds rechnet damit, dass der Euro-Raum insgesamt in die Rezession fällt. Auch für Deutschland gibt es schlechte Nachrichten.

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Rauchende Schornsteine: Die weltweite Konjunktur kühlt ab. Quelle: dpa

Washington Mit einer deutlichen Korrektur der Wachstumszahlen nach unten hat der Internationale Währungsfonds (IWF) auf die anhaltende Krise im Euro-Raum reagiert. In seinem neuen Zwischenbericht zum Weltwirtschaftsausblick (WEO) rechnet der Fonds für die Euro-Zone in diesem Jahr inzwischen mit einem Wirtschaftsrückgang von 0,5 Prozent. Noch im September kalkulierte der IWF, der von der Französin Christine Lagarde geführt wird, für die Eurozone mit einem Wachstum von 1,1 Prozent im laufenden Jahr. Die Erwartungen an die Wirtschaftsleistung in Deutschland wurden ebenfalls erheblich gedämpft. Hier sieht der Fonds nur noch ein Mini-Wachstum von 0,3 Prozent.

Nur geringfügig erfreulicher sind die Zahlen für 2013. Trifft die Fonds-Prognose ein, dann kommt die Eurozone im nächsten Jahr auf 0,8 Prozent und Deutschland auf 1,5 Prozent Wachstum. Die Hauptverursacher für den Abschwung der Gesamtzahlen im Euroraum sind Italien und Spanien, die der IWF für 2012 um 2,5 beziehungsweise 2,8 Prozent heruntergestuft hat.

Nur die USA kommen im Zwischenbericht des IWF vergleichsweise gut weg: Für sie sieht der UWF unverändert ein Wachstum von 1,8 Prozent im laufenden Jahr vor. Für 2013 rechnen die Experten des Weltwährungsfonds mit einem Rückgang des Wachstums um 0,3 Prozent.

Das globale Wachstum fällt laut IWF 2012 auf 3,3 Prozent, was einen Minus von -0,7 Prozent im vergleich zum Vorjahr entspricht. Für 2013 erwarten die Ökonomen ein Wachstum von 3,9 Prozent.


Osteuropa bricht am stärksten ein

Verantwortlich für die düsteren Aussichten ist das vierte Quartal 2011. Die optimistischen Vorzeichen aus dem dritten Quartal hätten sich nicht fortgesetzt und die Eurozone sei in eine „gefährliche neue Phase“ gekommen, schreiben die IWF-Autoren. Vor allem die Sorgen über weitere Verluste im Bankensektor und einer Schwäche der Finanzstabilität hätten die Risikozuschläge für viele Euroländer erhöht. Der Kapitalzufluss für die Banken sei 2011 praktisch „ausgetrocknet“, weshalb die EZB mit Refinanzierungshilfen beispringen musste. Damit habe sich das Negativ-Szenario, das vor rund einem Jahr vorgelegt worden bestätigt.

Im der ebenfalls veröffentlichten Aktualisierung zum Globalen Finanzstabilitätsbericht (GFSR) warnt der Fonds gleichermaßen vor den Risiken, die sich trotz der verschiedenen Maßnahmen der Politik verstärkt hätten. Diese seien nicht ausreichend gewesen, was sich auch daran zeige, dass die Risiken inzwischen von den Rändern auf den Kern der Eurozone – als Beispiele werden Österreich und Frankreich genannt – übergegriffen hätten. Ende 2011 seien für mehr als zwei Drittel der Euro-Zonen-Schulden zum Teil erhebliche Risikoaufschläge verlangt worden.

Für die Schwellenländer prognostiziert der IWF ein Wachstum von 5,4 Prozent im Jahr 2012 und 5,9 Prozent im Jahr 2013. Damit beläuft sich das Minus auf 0,7 beziehungsweise 0,6 Prozent. Deutlich stärker als der asiatische Raum verliert dabei Osteuropa an Schwung. Dort bricht geht das Wachstum 2012 um 1,6 Prozent zurück.

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