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Schuldenkrise Angst um Euro wächst dramatisch

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Philipp Rösler Quelle: dapd

Doch die Position der Bundesregierung ist weiter konfus, verschiedenen Spitzenpolitiker äußerten sich erneut mit gegensätzlichen Ansichten zur Eurokrise. So kritisierte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe die Debatte über eine mögliche Insolvenz Griechenlands und stellte sich damit klar gegen Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler: „Wir müssen die Griechen fordern, dürfen sie aber nicht pleite reden. Damit wird niemandem geholfen“.

Auch Unions-Fraktionsgeschäftsführer Peter Altmaier (CDU) bezeichnete Röslers Überlegungen als „kontraproduktiv und gefährlich“. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Fritz Kuhn, erklärte: „Röslers Gerede wirkt wie ein Brandbeschleuniger.“ Die Aussagen des seien hoch gefährlich und unverantwortlich.

Auch FDP-Politiker gingen auf Distanz zu Rösler. So sagte Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer (FDP): „Behutsamkeit auch in der Wortwahl ist hier angesagt. Die Gefahr, dass es Dominoeffekte gibt, ist einfach zu groß“. Da es kein bewährtes Instrument für die geordnete Insolvenz eines Euro-Staats gebe, dürfe man mit dem Thema nicht herumspielen.

Diskussion um eine Pleite Griechenlands

Die CSU fordert zur Euro-Stabilisierung als letztes Mittel den Ausschluss hoch verschuldeter EU-Staaten aus der Eurozone. Die Partei von Horst Seehofer stellt sich damit gegen die Position von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) bekräftigte hingegen, dass ein Ausschluss Griechenlands aus der Währungsunion rechtlich nicht möglich sei. Auch FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle erklärte, ein Rauswurf Griechenlands komme nicht infrage. „Geht gar nicht“, sagte er mit Blick auf die EU-Verträge.

Die Diskussion um eine Pleite Griechenlands verstärkte auch den Druck der Finanzmärkte auf Italien und Spanien. Anleger forderten für die Bonds dieser beiden ebenfalls hoch verschuldeten Euro-Staaten höhere Risikoaufschläge. Der Spread für zehnjährige italienische Titel stieg im Vergleich zur entsprechenden Bundesanleihe um 14 auf 380 Basispunkte, teilte der Datenanbieter Tradeweb mit. Bei spanischen Papieren lag der Aufschlag bei 355 Basispunkten, zwölf Basispunkte über dem Freitagsschluss. Spanien und Italien wollen in den kommenden Tagen neue Staatsanleihen im Gesamtvolumen von rund zehn Milliarden Euro ausgeben.

Auch die schossen in die Höhe, CDS für italienische Papiere kletterten um 38 Basispunkte auf ein Rekordhoch von 505 Basispunkten. Damit beliefen sich die Kosten für die Versicherung von Anleihen über zehn Millionen Euro auf 505.000 Euro. Auch portugiesische und spanische CDS legten deutlich zu.

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