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Seltene Erden China verknappt Angebot seltener Rohstoffe

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Verwendung von seltenen Erden weltweit

Vor allem beim Aufräumen der Umweltschäden steht China vor gewaltigen Herausforderungen. In der Inneren Mongolei, wo sich nach chinesischen Medienberichten rund 450 der illegalen Bergwerke befinden sollen, sind ganze Landstriche nicht mehr bewohnbar. Die Stadt Baotou zählt angeblich zu den schmutzigsten Städten der Welt. Dort befindet sich der mit Abstand größte Tagebau für seltene Erden. Die Krebsraten und Kindersterblichkeit der Stadt sind deutlich höher als in anderen Teilen des Landes. „Die Welt kann nicht erwarten, dass wir auf Kosten unserer Umwelt diese Rohstoffe zu Niedrigpreisen abgeben“, sagt Liu.

Doch Chinas kommunistischen Führern geht es nicht nur um die Umwelt, sondern auch ums Geld. Im Juli, als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in China ihren Amtskollegen Wen Jiabao traf, teilte dieser ihr unmissverständlich mit, wohin die Reise gehen wird. Seltene Erden, so der chinesische Regierungschef zu Merkel, dürften nicht billig wie Salz sein, sondern müssten so teuer sein wie Gold. Eine wichtige Rolle bei den Planungen der kommunistischen Herrscher spielt aber auch, dass China bei erneuerbaren Energien und Elektromobilität einen Platz unter den führenden Nationen der Welt anstrebt.

Dazu braucht das Land die seltenen Erden. Die neue Politik zu den Spezialrohstoffen ist nur ein weiterer Baustein in Pekings Strategie, seine wirtschaftliche und technologische Entwicklung langfristig zu sichern.

Der Westen sucht unterdessen nach Wegen, sich von der drakonischen Politik des kommunistischen Regimes unabhängig zu machen. Schon gibt es Überlegungen, stillgelegte Bergwerke wieder in Betrieb zu nehmen oder neue Minen anzulegen. Immerhin lagern nach Angaben von US-Geologen in den GUS-Staaten 19 Millionen Tonnen seltener Erden, in den USA 13 Millionen Tonnen und in Australien 4,5 Millionen Tonnen. Der Minenbetreiber Lynas etwa plant, im Westen Australiens wieder mit der Förderung seltener Erden zu beginnen.

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    Das Problem: Vom Beginn der Arbeiten an einem Bergwerk bis zum Start der Förderung vergehen rund fünf Jahre. Schmuggler wie Hu und sein Komplize werden darum vorerst weiterhin gut zu tun haben.

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