Spanien Arbeitslosigkeit auf niedrigstem Stand seit sechs Jahren

Die Arbeitslosigkeit in Spanien ist im zweiten Quartal auf 20 Prozent zurückgegangen. Das Land profitiert vom brummenden Tourismus-Geschäft.

Massen von Touristen drängen sich an einem Strand in Spanien. Quelle: dpa

Die Arbeitslosigkeit in Spanien ist auf den niedrigsten Stand seit fast sechs Jahren gefallen. Im zweiten Quartal ging die Arbeitslosenquote um einen Prozentpunkt auf 20 Prozent zurück, wie das Nationale Statistikamt am Donnerstag mitteilte.

Niedriger war die Quote zuletzt im dritten Quartal 2010. Experten hatten nicht mit einem derart starken Rückgang gerechnet. Spanien weist nach Griechenland die zweithöchste Arbeitslosenquote aller 28 EU-Länder auf.

Das Land profitiert derzeit von einem gut laufenden Touristikgeschäft. Angesichts der politischen Unsicherheit in anderen Mittelmeerländern wie der Türkei zieht es die Reisenden vermehrt an die spanischen Strände.

Die spanische Regierung erwartet für dieses Jahr ein höheres Wirtschaftswachstum als bisher angenommen. Wirtschaftsminister Luis de Guindos rechnet nach eigenen Worten damit, dass das Bruttoinlandsprodukt um 2,9 Prozent zulegen könnte. Bislang lag die Erwartung 0,2 Punkte darunter.

"Dieses Jahr ist die reinste Katastrophe"
Vor der Wassersportanlage an der türkischen Riviera dümpeln zwei Jetski und Motorboote im türkisblauen Wasser. Die Leere hat sich manch ein Tourist vielleicht schon mal gewünscht, der sich bei 32 Grad mitten in der Hochsaison ein Plätzchen auf der Liege neben Hunderten anderen sichern musste. Verlassene Strände sind in diesem Jahr traurige Wirklichkeit in der Türkei. Das Land kommt nicht zur Ruhe: Auf Terroranschläge folgte ein Putschversuch – und nun auch noch der Ausnahmezustand. Pralle Sonne, stahlblauer Himmel, funkelndes Meer und gewaltige Berge: Weder die perfekte Urlaubskulisse noch die günstigen Preise oder der gute Service in den Hotels am Mittelmeer können so viele Touristen nach Antalya locken wie in den vergangenen Jahren. Quelle: dpa
Mehmet Tekerek am türkischen Strand Quelle: dpa
Konyaalti Quelle: dpa
Nur wenige Menschen bevölkern den Strand Konyaalti in Antalya. Quelle: dpa
Die Konsequenz dieser Unsicherheit lässt sich an der Statistik ablesen. Laut dem türkischen Tourismus-Ministerium ist die Zahl der Besucher, die im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat ins Land kamen, um knapp 22,9 Prozent gesunken. Betrachtet man die Region Antalya, wo die Menschen hauptsächlich vom Tourismus leben, sind die Zahlen noch dramatischer. Quelle: dpa
Turkish-Airlines-Maschine im Anflug auf Antalya Quelle: REUTERS
Der weltgrößte Reisekonzern Tui schätzt derweil, dass er in diesem Jahr mit einer Million Urlaubern nur rund halb so viele Gäste in die Türkei bringt wie 2015. Die Buchungen liegen bis jetzt 40 Prozent niedriger als im Vorjahr, nur das Last-Minute-Geschäft birgt noch Hoffnung. Quelle: dpa
Tui-Chef Fritz Joussen Quelle: dpa
Im Ferienort Side, rund 60 Kilometer östlich von Antalya, ist es am Strand etwas lebendiger - glaubt man den Einheimischen, ist es jedoch totenstill im Vergleich zum Vorjahr. Hier machen vor allem Deutsche Urlaub. Junge, braun gebrannte Männer versuchen, die vorbeischlendernden Touristen auf Deutsch in ihr Restaurant zu locken, die Fußball Europameisterschaft wird im ZDF übertragen, und im Garten seines Reisebüros mit dem Spitznamen „Klein Aldi“ verkauft Reiseführer Hajo Hayati Simsek Orangensaft. Quelle: dpa
Schuld an der Misere ist der Meinung des Wassersportbetreibers Tekerek nach eine falsche Politik. „Ständig explodiert irgendetwas, und die Außenbeziehungen sind auch schlecht. Dann das Theater wegen der Armenien-Resolution, das hat ein schlechtes Image verursacht.“ Ähnlich klagen viele in der Region. Händler verkaufen nichts, Hotels werden ihre Zimmer nicht los und müssen mit den Preisen runter. Die Schuldzuweisungen sind immer dieselben: schlechte Außenpolitik, Terrorismus und ein schlechtes Image durch den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan - aber auch durch die Darstellungen der Medien. Quelle: dpa
Türkei: Ferienorte ohne Urlauber Quelle: AP
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