Stärkster Anstieg seit 2011 Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte heben Preise an

Für Speisekartoffeln wurden 87,6 Prozent mehr verlangt. Quelle: imago images/Countrypixel

Von Speisekartoffeln bis hin zu Raps: Die Preise für die Produkte sind bereits vor Kriegsbeginn angestiegen. Besonders ein Faktor ist für die Teuerung der pflanzlichen Produkte verantwortlich.

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Die Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte haben ihre Preise schon vor Beginn des Krieges in der Ukraine so kräftig angehoben wie seit fast elf Jahren nicht mehr. Sie stiegen im Februar um durchschnittlich 22,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. „Dies ist der höchste Preisanstieg gegenüber einem Vorjahresmonat seit Mai 2011“, hieß es dazu.

Pflanzliche Produkte verteuerten sich mit 23,8 Prozent besonders stark, tierische Erzeugnisse mit 21,4 Prozent etwas weniger kräftig. Die Folgen des Krieges seien aus den Daten noch nicht ersichtlich, da sie bereits am 15. Februar erhoben wurden und damit vor Beginn der russischen Invasion am 24. Februar. Danach sind etwa die Energie- und Düngemittelpreise stark gestiegen.

„Der Preisanstieg bei den pflanzlichen Produkten ist unter anderem auf die seit Juli 2020 steigenden Getreidepreise zurückzuführen“, erklärten die Statistiker. Diese lagen im Februar um 31,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. „Ausschlaggebend für die Preissteigerungen bei Getreide ist die hohe Nachfrage sowohl von deutschen Mühlen als auch aus dem Ausland“, hieß es dazu.

Für Speisekartoffeln wurden 87,6 Prozent mehr verlangt. Das wird vor allem auf witterungsbedingt geringe Erntemengen sowie ein relativ niedriges Preisniveau im Februar 2021 zurückgeführt: Damals gab es aufgrund großer Erntemengen und fehlender Absatzmöglichkeiten durch Corona in der Gastronomie einen Preiseinbruch von mehr als 50 Prozent. Die Erzeugerpreise für Obst fielen dagegen diesmal um 12,5 Prozent, wobei sich etwa Tafeläpfel um 8,3 Prozent verbilligten.

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Die Preise für das Handelsgewächs Raps zogen um 52,2 Prozent an. Dieser Aufschlag liegt vor allem an der knappen Versorgungslage bei gleichzeitig hoher Nachfrage, beispielsweise für Herstellung von Biogas oder die Verwendung von Raps als Treibstoff (Biodiesel). Bei den tierischen Produkten kletterte etwa der Milchpreis mit 30,1 Prozent sehr stark. „Grund hierfür ist weiterhin vor allem ein knappes Rohmilchangebot“, so die Statistiker. Bei Schlachtschweinen zogen die Preise um 3,6 Prozent an, die für Rinder um 32,5 Prozent.

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