Steuereinnahmen Fiskus bekam 1,8 Prozent mehr Steuern

Die Steuereinnahmen des Staates sind im Januar um fast zwei Prozent gestiegen. Beim Bund blieb davon aber nichts hängen. Wegen der hohen Zahlungen an die EU verbuchte er sogar einen Einnahmenrückgang.

Das senkt die Steuerlast
Außergewöhnliche BelastungenIm Mantelbogen für die Einkommensteuererklärung können sogenannte außergewöhnliche Belastungen eingetragen werden, die die Steuerlast senken. Was genau als solche Belastung gilt, ist im Steuergesetz nicht klar abgegrenzt. „Wie der Name schon sagt, müssen es aber finanzielle Belastungen sein, die besonders sind und nicht jeden Steuerzahler betreffen“, sagt Wolfgang Wawro, Steuerberater und Vorstandsmitglied des Deutschen Steuerberaterverbandes. Einige Beispiele werden in dem Formular des Finanzamts genannt. Quelle: dpa
Behinderte Menschen und HinterbliebeneWer behindert ist, kann sich einen Behindertenpauschbetrag anrechnen lassen. Dieser richtet sich nach dem Umfang und der Art der Behinderung und liegt zwischen 310 Euro und 3.700 Euro jährlich. Hinterbliebenen wird unter besonderen Umständen ein Hinterbliebenenpauschbetrag von jährlich 370 Euro gewährt. Quelle: ZB
Pflege-PauschbetragPersonen, die einen hilflosen Angehörigen persönlich und unentgeltlich in der eigenen oder in der Wohnung des hilflosen Menschen pflegen, können dafür einen Pflege-Pauschbetrag bekommen. Dieser liegt bei 924 Euro. Auch dies gilt als außergewöhnliche Belastung. Quelle: dpa
Unterhaltszahlungen an bedürftige PersonenSteuerzahler, die eine bedürftige Person – beispielsweise die Großmutter oder ein Kind, für das kein Kindergeld gewährt wird – finanziell unterstützen, können auch dies als außergewöhnliche Belastung geltend machen. „Die Bedürftigkeit muss jedoch nachgewiesen werden“, sagt der Berliner Steuerberater Wolfgang Wawro. „Wenn Eltern ihren Sohn unterstützen, weil dieser zu faul zum Arbeiten ist, gilt er nicht als bedürftig und die Ausgaben wirken nicht steuermindernd.“ Wenn der Sohn aber wegen seines Studiums kein eigenes Einkommen hat, wird die Unterhaltszahlung vom Finanzamt anerkannt. Quelle: dpa
Andere außergewöhnliche BelastungenIm Mantelbogen der Steuererklärung findet sich zudem die Rubrik „andere außergewöhnliche Belastungen“. Als Beispiele werden Ehescheidungskosten, Fahrtkosten behinderter Menschen, Krankheitskosten, Kurkosten und Pflegekosten genannt. „Ehescheidungskosten sind außergewöhnliche Belastungen, weil ohne Gericht und Anwalt eine Ehe nicht geschieden werden kann“, erklärt Steuerberater Wawro. Quelle: dpa
SonderausgabenDie zweite große Kategorie von Ausgaben, die sich steuermindernd auswirken, sind Sonderausgaben. Was dazu zählt, ist in Paragraph zehn des Einkommensteuergesetzes geregelt. „Die Grenzen sind hier relativ starr“, sagt Steuerberater Wawro. „Wie der Name schon sagt, sind das besondere Ausgaben, die – anders als Betriebsausgaben oder Werbungskosten – nicht im Zusammenhang zu den Einkünften oder dem Betrieb stehen.“ Hinter der Begünstigung stecke häufig ein konkretes Interesse des Staates. So lassen sich etwa Versicherungen als Sonderausgaben geltend machen, denn es ist staatlich gewünscht, dass die Bürger für gegen bestimmte Risiken absichern. Zu diesen Versicherungen zählen beispielsweise: Sozialversicherungsbeiträge in die Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung, Berufsunfähigkeits-/ Erwerbsminderungsversicherung, Unfallversicherung. Sachversicherungen wie Hausrat-, Feuer-, Diebstahl- und Voll- oder Teilkaskoversicherungen beim Auto sowie Rechtschutzversicherungen gehören nicht dazu. Quelle: dpa
AltersvorsorgeFür das Alter vorsorgen lohnt sich doppelt. Denn Zahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung, für berufliche Versorgungswerke und Rürup-Verträge mindern die Steuerlast. Sie können unter der Rubrik Sonderausgaben angegeben werden. Für Alleinstehende werden pro Jahr maximal 20.000 Euro anerkannt (40.000 Euro für Eheleute). Tatsächlich von der Steuerlast abgezogen werden 72 Prozent (für 2011) dieser Ausgaben, also maximal 14.400 Euro. Jedes Jahr erhöht sich der Abzugsprozentsatz um zwei Prozent, bis im Jahr 2025 100 Prozent erreicht sind. Quelle: dpa

Nach der konjunkturellen Delle Ende 2012 nimmt die deutsche Wirtschaft dem Bundesfinanzministerium zufolge wieder Fahrt auf. Positive Signale kämen aus der Industrie und vom privaten Konsum, schrieb das Ministerium in seinem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht. Als Beispiel wurde das Auftragsplus in der Industrie genannt. Zudem dürften die Ausgaben der Verbraucher im ersten Quartal 2013 für Impulse sorgen.

Im Schlussquartal 2012 war die Wirtschaft hierzulande noch um 0,6 Prozent geschrumpft und damit so stark wie seit dem Höhepunkt der Finanzkrise Anfang 2009 nicht mehr. Im Laufe dieses Jahres dürfte die Konjunktur wieder spürbar anziehen, erklärte das Ministerium. Die Bundesregierung rechnet für 2013 insgesamt mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes um 0,4 Prozent - nach 0,7 Prozent im Vorjahr.

Steuereinnahmen im Januar gestiegen - Minus beim Bund

Der positive Trend bei den Steuereinnahmen setzte sich im Januar fort. Bürger und Unternehmen überwiesen 40,2 Milliarden Euro an den Fiskus - 1,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Wegen der weiterhin hohen Beschäftigung legten die Lohnsteuereinnahmen um 8,9 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro zu. Einen Sprung um 108,2 Prozent auf 678 Millionen Euro legten die von großen Unternehmen gezahlten Körperschaftsteuern hin.

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Darin spiegelten sich die hohen Gewinne vieler Unternehmen im Boomjahr 2011 wider. Insgesamt dürften Bund und Länder dieses Jahr fast 570 Milliarden Euro an Steuern einnehmen. Allerdings strich der Staat mit 15,5 Milliarden Euro 1,8 Prozent weniger aus den Umsatzsteuern ein. Außerdem musste der Bund mit einem Einnahmerückgang von 6,4 Prozent erhebliche Einbußen hinnehmen - vor allem in Folge deutlich höherer Abführungen an die EU-Kassen.


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