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Steuereinnahmen Fiskus profitiert von Unternehmensgewinnen

Die Staatskassen haben im vergangenen Jahr deutlich von gestiegenen Unternehmensgewinnen profitiert. Insgesamt zahlten die Deutschen im vergangenen Jahr 570,2 Milliarden Euro.

Was vom Lohn übrig bleibt
Ein Frau hält einen Geldbeutel in Händen Quelle: dpa
LohnsteuerEhepaar (Doppelverdiener im Eigenheim, zwei Kinder, Köln) Klasse 3/2 und 5 (Wegen der Einkommenshöhe werden Kinderfreibeträge berücksichtigt, und das Kindergeld wird entsprechend abgezogen): 3518,43 Euro Ehepaar (ein Verdiener, zwei Kinder, Dresden) Klasse 3/2 (Wegen der Einkommenshöhe werden Kinderfreibeträge berücksichtigt, und das Kindergeld wird abgezogen): 502,66 Euro Single (Göttingen): 1431,25 Euro Quelle: Fotolia
Ein Nonne hält einen Rosenkranz Quelle: dapd
Eine Rentnerin geht mit einem Rollator einen Gehweg entlang Quelle: dpa
Eine Frau ist auf dem Weg zur Agentur für Arbeit Quelle: dpa
Ein Arzt behandelt eine Patientin Quelle: dpa
Ein Pfleger betreut einen älteren Herrn Quelle: dpa

Die Deutschen haben im vergangenen Jahr mit 570,2 Milliarden Euro so viele Steuern gezahlt wie noch nie. Damit legte das Steueraufkommen von Bund und Ländern 2013 um 3,3 Prozent zum Vorjahr zu, wie das Bundesfinanzministerium am Freitag in Berlin erklärte. Grund für den Anstieg war vor allem die hohe Beschäftigung. Die Lohnsteuereinnahmen stiegen entsprechend um 6,1 Prozent auf 158,2 Milliarden Euro. Auch der private Konsum spülte dem Staat mehr Geld in die Kassen: Die Einnahmen aus der Umsatzsteuer legten um 1,1 Prozent auf 196,9 Milliarden Euro zu, die aus der Körperschaftsteuer kletterten gegenüber dem Vorjahr um 15,2 Prozent auf rund 19,51 Milliarden Euro.

Was Steuerzahler besser wissen sollten
BundeswehrNoch sind Wehrsold und Dienstgeld für freiwillig Wehrdienstleistende steuerfrei. Auch Reservisten müssen ihre Bezüge nicht mehr versteuern. Aber die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, nachdem künftig Steuern auf Zuschläge, besondere Zuwendungen, unentgeltliche Unterkünfte und Verpflegung erhoben werden. Sold und medizinische Versorgung sollen steuerfrei bleiben. Gezahlte Taschengelder und andere Zahlungen in den freiwilligen zivilen Diensten, vor allem im Jugendfreiwilligendienst, sind wohl auch weiterhin von der Steuer befreit sein. Allerdings soll die neue Steuerpflicht auf Zuschläge und Extrazahlungen nur für neue Soldaten gelten. Wer vor dem Jahreswechsel seinen Wehrdienst angetreten hat, bleibt komplett steuerfrei. Wer erst 2013 seinen Dienst angetreten hat, kann sich über den Jahressteuerausgleich zu viel bezahlte Steuern zurückholen. Steuerfrei bleibt in jedem Fall der Grundfreibetrag von 8130 Euro im Jahr – besser bekannt als Existenzminimum. Die Summe erreichen jedoch die wenigsten freiwilligen Wehrdienstleistenden. Quelle: dapd
ElektroautoElektroautos im Förderprogramm: Die Kfz-Steuer für die Stromer entfällt nun für zehn statt wie bisher für fünf Jahre. Und wer ein Elektroauto mit Brennstoffzelle als Dienstwagen überlassen bekommt und somit den geldwerten Vorteil versteuern muss, darf die teure Brennstoffzelle aus dem Listenpreis herausrechnen. Dann fällt die pauschale Versteuerung nach der Ein-Prozent-Regel günstiger aus. Danach muss der Arbeitnehmer jährlich ein Prozent des Listenpreises seines Dienstwagens wie sein sonstiges Einkommen versteuern. Für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsort kommen noch 0,03 Prozent vom Bruttolistenpreis des Fahrzeugs je Entfernungskilometer hinzu. Quelle: dpa
Oldtimer als DienstwagenIn der eskalierenden Finanzkrise stürzten sich viele Sparer auf Sachwerte. So boomte auch der Markt für Oldtimer. Das brachte manchen Firmenchef oder Selbständigen auf die Idee, das edle Gefährt auch als Dienstwagen zu nutzen. Der Clou: zu versteuern ist der Dienstwagen-Vorteil nach der Ein-Prozent-Regel, das heißt, ein Prozent des Fahrzeug-Listenpreises zählt monatlich als steuerrelevantes Einkommen. Da die Listenpreise der alten Schätzchen jedoch nach heutigen Maßstäben sehr niedrig sind und der tatsächliche Verkaufswert des Oldtimers für die Steuerbehörden keine Rolle spielt, ist die Steuerbelastung im Vergleich zu modernen Autos sehr niedrig. Quelle: Presse
Smartphones, Notebooks und Co.Wer vom Chef Smartphone, Notebook oder Tablet-Computer zur beruflichen und privaten Nutzung überlassen bekommt, muss keine Steuern und Sozialabgaben auf die geliehenen Arbeitsmittel zahlen. Sind die Geräte jedoch ein Geschenk an den Arbeitnehmer, fallen 25 Prozent Steuern auf den Kaufpreis an. Quelle: REUTERS
EhrenamtIm laufenden Jahr können ehrenamtliche Helfer in Vereinen und Organisationen 220 Euro mehr Aufwandsentschädigung erhalten, ohne steuerpflichtig zu werden. Insgesamt dürfen sie steuerfrei 720 Euro im Jahr für ihr Ehrenamt erhalten. Für Rettungssanitäter und ähnliche Ehrenamtliche steigt die abgabenfreie Grenze um 300 Euro auf 2400 Euro im Jahr. Auch für Vereine kann es sich daher lohnen, die Aufwandsentschädigungen anzupassen, wenn ein Teil der Bezahlung als Minijob erfolgt. Je besser sie das steuerfreie Maximum für Entschädigungen nutzen, umso geringer ist ihr Steueranteil für die Minijob-Bezahlung. Quelle: Fotolia
Steuererklärungen von RentnernDerzeit machen die Finanzbehörden Jagd auf Ruheständler, die zwar steuerpflichtig sind, aber keine Steuererklärung abgegeben haben. Durch Datenabgleich mit der Rentenversicherung kommen die Ämter den Säumigen auf die Schliche, bereits 100.000 Rentner in Nordrhein-Westfalen haben deswegen Post vom Finanzamt erhalten. Es handle sich um Rentner, die bisher steuerlich nicht geführt wurden, bei denen ein Abgleich mit Daten der Rentenversicherungen aber ergab, dass sie eine Steuererklärung hätten abgeben müssen, berichtete die "Rheinische Post" unter Berufung auf das Düsseldorfer Finanzministerium. Deshalb müssen die betroffenen Rentner jetzt nachträglich eine Steuererklärung abgeben. Wer 2013 in Rente geht, muss einen größeren Teil seiner Rentenbezüge versteuern. Durch das Alterseinkünftegesetz aus dem Jahr 2004 steigt Jahr für Jahr der zu versteuernde Rentenanteil, bis 2040 100 Prozent der Rente zu versteuern sind. Wenn keine weiteren Einkünfte dazu kommen, bleiben diese Rentenbeträge im Monat steuerfrei: Steuerjahr 2012:Jahresfreibetrag 15.770 Euro, entspricht monatlich 1308 Euro Steuerjahr 2013: Jahresfreibetrag 15.190 Euro; entspricht monatlich 1260 Euro Quelle: dpa
Steuerveranlagung von EhepaarenEhepaare müssen sich entscheiden, ob sie ihre Steuerschuld gemeinsam oder getrennt tragen wollen. Bei gemeinsamer Veranlagung werden Einnahmen und Ausgaben quasi in einen Topf geworfen und nach der Splitting-Tabelle gemeinsam versteuert. Paare, bei denen jeder Ehepartner seine eigene Steuererklärung abgeben möchte, kann für das Vorjahr nur noch eine Einzelveranlagung wählen. Dann können Kosten wie etwa Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen nicht mehr einem der Partner beliebig zugeordnet werden. Lediglich der Ehepartner, der diese Kosten getragen hat, darf sie auch absetzen. Allerdings können die Ehegatten beantragen, die Kosten hälftig auf beide Partner aufzuteilen. Zudem entfällt ab dem 1. Januar 2013 die Möglichkeit der "besonderen Veranlagung" im Hochzeitsjahr. Bei der besonderen Veranlagung wurden die Ehegatten so behandelt, als wären sie nicht miteinander verheiratet. f Quelle: dpa

Damit blieben die Steuereinnahmen insgesamt im Rahmen der Erwartungen der Experten. Der amtliche Arbeitskreis Steuerschätzung hatte für 2013 ein nur minimal höheres Plus von 3,4 Prozent vorhergesagt. Die Dynamik schwächte sich allerdings etwas ab. 2012 waren die Einnahmen von Bund und Ländern noch um 4,7 Prozent gestiegen. Reine Gemeindesteuern sind in der Statistik noch nicht erfasst. Der Bund alleine verbesserte seine Einnahmen 2013 um 1,4 Prozent auf 259,9 Milliarden Euro. Auch das lag im Rahmen der Erwartungen. Die Länder kamen mit einem Plus von 3,3 Prozent auf 244,2 Milliarden Euro. Der geringere Anstieg des Bundes ist auch auf die höheren Abführungen an die EU zurückzuführen, an die 31,1 Milliarden Euro und damit 18,2 Prozent mehr floss.

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Die nach dem Wachstumseinbruch 2009 wieder gestiegenen Steuereinnahmen haben maßgeblich zur Sanierung der Finanzen von Bund und Ländern beigetragen. Dem Bundesfinanzministerium zufolge schrieben die Haushalte der Bundesländer insgesamt bis Ende November 2013 ein Finanzierungsdefizit von 8,5 Milliarden Euro - das sind 3,3 Milliarden Euro weniger als ein Jahr zuvor. Der Bund kam auf einen Fehlbetrag von 22,3 Milliarden Euro. Das waren trotz der Sonderbelastung von acht Milliarden Euro durch die Fluthilfe rund 500 Millionen Euro weniger als im Vorjahr.

Für das laufende Jahr rechnet das Ministerium mit einer günstigen Konjunktur. "Es gibt deutliche Anzeichen für eine Verbesserung des weltwirtschaftlichen Umfelds", heißt es im neuen Monatsbericht der Beamten. "Damit dürfte ein Anziehen der Exporttätigkeit deutscher Unternehmen verbunden sein." Auch die Binnennachfrage dürfte sich positiv entwickeln. So seien auch weiterhin positive Impulse vom privaten Konsum zu erwarten.

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