Studie bis 2014 IfW: Deutschland wird Wachstum vervierfachen

Die deutsche Wirtschaft ist auch im kommenden Jahr im Aufschwung - und legt an Tempo zu. Das prognostizieren Forscher des Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Auch weniger Arbeitslose soll es 2014 geben.

Mehr Wachstum, weniger Arbeitslose, niedrigere Schulden: Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) erwartet 2014 einen robusten Aufschwung in Deutschland. Quelle: dpa

Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft wird sich nach Einschätzung des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) weiter fortsetzen und im kommenden Jahr an Tempo gewinnen. Im laufenden Jahr erwarten die Kieler Forscher laut einer am Donnerstag veröffentlichten Prognose ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent.

Zudem rechnen sie für 2014 mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,8 Prozent. Das IfW bestätigte damit seine Juni-Prognose. Im Zuge des Aufschwungs dürfte sich auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessern.

Was der deutschen Wirtschaft Mut und Angst macht
Konsum Quelle: dpa
Investitionen Quelle: dpa
Angstmacher: EurokriseSie hat sich dank dem Einschreiten der Europäischen Zentralbank (EZB) merklich beruhigt. Seit ihr Chef Mario Draghi Ende 2012 den unbegrenzten Kauf von Staatsanleihen kriselnder Euro-Länder angekündigt hat, hat nach Ansicht der Finanzmärkte die Gefahr einer Staatspleite in Spanien und Italien deutlich abgenommen. Doch die Ruhe könnte sich als trügerisch erweisen. So reagieren die Börsianer zunehmend nervös auf die Umfrageerfolge von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der bei der Parlamentswahl kommende Woche in Italien wieder kandidiert. Berlusconi will viele Reformen seines Nachfolgers Mario Monti wieder zurücknehmen und beispielsweise die Immobiliensteuer wieder abschaffen. Quelle: REUTERS
Angstmacher: Euro-StärkeDie Gemeinschaftswährung steht unter Aufwertungsdruck. Seitdem die japanische Notenbank ihre Geldschleusen geöffnet hat, ist der Euro um 20 Prozent im Verglich zum Yen gestiegen. Dort sitzen einige der größten Konkurrenten der deutschen Exporteure, darunter Autokonzerne wie Toyota und viele Maschinenbauer. Sie können ihre Produkte dank der Yen-Abwertung billiger anbieten. Quelle: dpa
Auch im Vergleich zu anderen Währungen ist der Euro teurer geworden. Experten warnen bereits vor einem Abwertungswettlauf. Noch können die deutschen Exporteure mit dem Wechselkurs gut leben. Die größere Sorge ist, dass weniger konkurrenzfähige Euro-Länder wie Frankreich oder Italien darunter leiden. Das würde am Ende auch Deutschland treffen, das fast 40 Prozent seiner Waren in die Währungsunion verkauft. Quelle: dpa

Noch werde die deutsche Konjunktur von einer starken Binnenwirtschaft und einem kräftigen privaten Konsum gestützt. Im kommenden Jahr rechnen die Experten aber mit mehr Investitionen der Unternehmen. „Der Investitionsaufschwung wird als zweite Säule hinzukommen“, heißt es in der Mitteilung. Ende 2014 gehen die Forscher davon aus, dass die Produktionskapazitäten der deutschen Unternehmen „wieder annähernd normal ausgelastet sein werden“.

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Im Zuge des Aufschwungs dürfte sich auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Während sie im laufenden Jahr noch mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenzahl von rund 2,93 Millionen rechnen, dürfte die Zahl im kommenden Jahr auf 2,88 Millionen sinken.

Positiv bewertet das Institut auch die Entwicklung der deutschen Staatsfinanzen. Während die Forscher für das laufende Jahr einen ausgeglichenen Bundeshaushalt prognostizieren, dürfte im kommenden Jahr ein Überschuss von 0,2 Prozent erreicht werden. Das Kieler Institut hat damit die Juni-Einschätzung zum Bundeshaushalt leicht angehoben.

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