Überraschend geringe Produktion Bundesregierung erwartet Dämpfer für Wachstum

Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet am Jahresende mit einem Dämpfer für die deutsche Wirtschaft. Für das vierte Quartal sei "allenfalls mit einem moderaten Wachstum zu rechnen", heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht.

Euro-Krisen Länder auf den hinteren Plätzen
Platz 112: UkraineMit Platz 112 ist die Ukraine beim Thema Firmengründung noch immer das Schlusslicht Europas. Im Jahr 2012/2013 konnte sie sich allerdings am stärksten verbessern. Gründer müssen sich nicht mehr separat beim Statistischen Bundesamt registrieren, was zu einer großen Zeitersparnis führt. Außerdem müssen die Ukrainer keine Gebühren mehr zahlen, wenn sie sich für die Umsatzsteuer anmelden. Auch wer eine Baugenehmigung haben möchte, hat es seit diesem Jahr leichter: Durch ein risikobasiertes Genehmigungsverfahren kommen Unternehmer schneller an die nötigen Dokumente für einfache Gebäude. Eine Änderung des Gesetzes zum Eigentumsrecht hat dazu geführt, dass Unternehmer ihre Immobilien schneller und einfacherer registrieren können. Unternehmer in der Ukraine brauchen für eine Firmengründung durchschnittlich 21 Tage, im Siegerland Singapur dauert die Genehmigung nur 2,5 Tage. Dafür kann die Ukraine mit kostengünstigen Gründungen punkten, nur 1,3 Prozent des Pro-Kopf Einkommens müssen Unternehmer zahlen. Mühsam ist dagegen das Beschaffen von Strom: mit 277 Tagen und 178 Prozent des Pro-Kopf Einkommens belegt die Ukraine nur Platz 172. Quelle: dpa
Platz 72: GriechenlandGriechenland hat Firmengründungen wesentlich erleichtert, indem sie eine neue und einfachere Form der Gesellschaft mit beschränkter Haftung eingeführt haben. Außerdem hat Griechenland das Mindestkapital für diese Unternehmen abgeschafft.    Auch im Bereich der Steuern hat sich bei Firmengründungen einiges verändert. Griechenland hat Zahlungen für Unternehmen erhöht, indem die Einkommenssteuer heraufgesetzt wurde. Verbessert hat sich allerdings der Handel über die eigenen Landesgrenzen. Hier gibt es seit vergangenem Jahr elektronische Übermittlungen für die Zollanmeldung bei der Warenausfuhr. Trotzdem braucht Griechenland noch immer 16 Tage für den Warenexport. Zum Vergleich: Deutschland liegt bei nur neun Tagen.Weit abgeschlagen ist die Gründungsfreundlich im Bereich der Registrierung von Eigentum. Hier belegen die Griechen lediglich Platz 161. Sie benötigen 20 Tage für die kostspielige Registrierung, die 11,7 Prozent des Sachwerts kostet. Quelle: dapd
Platz 65: ItalienWeltweit braucht es durchschnittlich sieben Schritte, um eine Firma zu gründen. Wer alle Regeln und Vorschriften beachtet, braucht 25 Tage und zahlt dafür 32 Prozent des Pro-Kopf-Einkommens des Landes. Um in Italien eine Firmengründung vorzunehmen, braucht es nur sechs Schritte und sechs Tage. Die Gründer müssen im Schnitt 14,2 Prozent des Pro-Kopf Einkommens dafür bezahlen. Um Baugenehmigungen zu bekommen, dauert es durchschnittlich 233,5 Tage. Um ihre Steuern zu bezahlen, brauchen die Italiener lange. Durchschnittlich verwenden sie 269 Stunden im Jahr um 15 Zahlungen zu tätigen. Damit Firmengründungen einfacher werden, hat Italien die Registrierungen und Beglaubigungen vereinfacht.  Seit Juni 2012 haben sie zusätzlich die Anwaltskosten reduziert und Richtern eine offizielle Gebührenordnung erteilt. Auch neue Regeln im Falle einer Insolvenz machen es Unternehmen leichter. Trotzdem gibt es noch viele Schwachpunkte. Italien liegt bei der Beschaffung von Krediten nur auf Platz 109. Und um eine Baugenehmigung zu erhalten brauchen sie über 233 Tage, das bedeutet nur Platz 112. Damit liegt zwar vor Griechenland (Platz 72), aber hinter Saudi Arabien (Platz 26) und Ungarn (Platz 54). Quelle: dpa
Platz 52: SpanienInsgesamt belegt Spanien trotz der Euro-Krise einen wenig berauschenden Platz. Wenn man jedoch die Kategorie „Firmengründung“ einzeln betrachtet, liegt Spanien gar auf Platz 142, zwei Plätze hinter dem Südsudan. Spanier braucht zehn Schritte und 23 Tage für eine Firmengründung. Die Kosten belaufen sich auf 4,7 Prozent des durchschnittlichen Pro-Kopf Einkommens. Im Ranking schneidet Spanien damit wesentlich schlechter ab, als die Euro-Krisenländer Italien, Portugal und Irland. Trotzdem hat sich in Spanien für Firmengründer einiges erleichtert. Es müssen keine Genehmigungen der Gemeinde mehr eingeholt werden. Quelle: REUTERS
Platz 21: DeutschlandIm Jahr 2012/2013 gab es 238 Reformen in 114 Staaten, die eine Firmengründung erleichtern sollen. Das sind 18 Prozent mehr Reformen, als vergangenes Jahr. Besonders positiv haben sich zehn Staaten hervorgetan. Darunter sind die Ukraine, die russische Föderation, die Philippinen, Kosovo und Mazedonien. Auch Deutschland hat einige Reformen eingeführt, damit Firmengründungen einfacher werden. Damit Unternehmen es leichter haben, kostengünstig an einen Stromanschluss zu kommen, wurde mehr Transparenz bei den Kosten geschaffen. Deutschland liegt damit im Bereich der Stromversorgung auf Platz drei von 189. Nur mittelmäßig schneidet Deutschland in der Kategorie „Anlegerschutz“ ab. Hier erreicht die Bundesrepublik lediglich Platz 98. Generell sind Staaten wie Deutschland, die wirtschaftlich gut gestellt sind und ein hohes Pro-Kopf-Einkommen haben, im Ranking vorne mit dabei. Sie haben starke Institutionen und am wenigsten kostspielige Registrierungsprozesse für Firmengründungen. Auch acht der zehn Staaten, die 2004 der EU beigetreten sind, konnten ihren Platz im Ranking verbessern.  Zusätzlich haben viele der Staaten in den vergangenen zwei Jahren Reformen zur Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen eingeführt. 42 Staaten haben ihre Gesetze und Richtlinien verändert. Quelle: dpa
Platz 4: USAWeltweit haben sich in den letzten fünf Jahren zwei Drittel aller Reformen darauf konzentriert, die Komplexität und die Kosten der Registrierungsprozesse zu vermindern. Die USA hat als eins von sieben Ländern keine Verbesserung in dieser Kategorie erreicht. Auch Antigua und Barbuda, Bolivien, Eritrea, der Irak, Kiribati und die Föderierten Staaten von Mikronesien gehören dazu.  Im Bereich Kreditbeschaffung liegt die USA mit Platz 3 in der Gesamtwertung weit vorne.  Auch in der Kategorie „Handel über die eigenen Landesgrenzen“ kann Amerika einen der vorderen Plätze belegen. Durchschnittlich brauchen sie nur 5 Tage, um Waren zu importieren. Deutschland benötigt sieben Tage. Schlechter schneidet die USA im Bereich der Steuerzahlung ab. Mit 11 Zahlungen pro Jahr und einem Steuersatz von 46,3 Prozent des Gewinns liegen sie nur auf Platz 64.   Quelle: dpa
Platz 2: Hong KongHong Kong belegt Platz 2 in der Gesamtwertung. In der Kategorie der Baugenehmigungen sind sie allerdings die Nummer 1. Dafür braucht es nur sechs Schritte und im Schnitt 71 Tage. Hong Kong hat Gründungen günstiger gemacht, indem sie die Gesellschaftssteuer auf lokale Unternehmen abgeschafft haben.  Allerdings haben sich die Kosten für die Übertragung von Eigentum erhöht, da in Hong Kong der Preis der Stempelsteuer erhöht wurde. Quelle: REUTERS

Grund dafür sei die im Oktober überraschend gesunkene Produktion. Auch der Außenhandel dämpfe, "da die Importe deutlich anstiegen, während die Exporte nahezu stagnierten".

Angesichts der guten Lage am Arbeitsmarkt, steigender Einkommen und niedriger Inflation seien die Rahmenbedingungen für einen von der Binnenwirtschaft getragenen Aufschwung zwar gut. "Allerdings bleiben beträchtliche, vornehmlich außenwirtschaftliche Risiken bestehen", warnte das Ministerium.

Das Bruttoinlandsprodukt war im dritten Quartal um 0,3 Prozent gestiegen. Für das Jahresende erwarteten die von Reuters befragten Ökonomen bislang ein Plus von 0,4 Prozent.

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