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Ungebrochene Shoppinglust Deutsches Konsumklima so gut wie seit 2007 nicht mehr

Seit Anfang des Jahres verbessert sich die Verbraucherstimmung in Deutschland von Monat zu Monat. Das letzte Mal war sie im September 2007 besser als jetzt - also lange vor Ausbruch der Krise. Und die Konsumexperten sehen noch kein Ende des Aufwärtstrends.

Ein junger Mann beim Einkaufen. Quelle: handelsblatt.com

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland steigt und steigt: Inzwischen ist sie so gut wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. „Anhaltend stabile Beschäftigungsaussichten sowie eine moderate Inflationsrate lassen den Optimismus im Juli noch einmal ansteigen“, teilte das Marktforschungsunternehmen GfK am Dienstag in Nürnberg mit. Der Konsumklimaindex für August kletterte dadurch auf 7,0 Punkte, nach 6,8 Zählern im Juli.

Das Geld sitzt locker: Die Anschaffungsneigung konnte zuletzt ihr hohes Niveau noch einmal übertreffen und erreicht den höchsten Wert seit eineinhalb Jahren. „Nach wie vor halten die Verbraucher es mehrheitlich für ratsam, größere Anschaffungen zu tätigen“, erläuterte die GfK. Aufgrund der niedrigen Zinsen sei die Alternative zum Shoppen, das Sparen, derzeit reichlich unattraktiv. Da viele ihr Geld in hochwertige Investitionen wie Immobilien steckten, profitiere auch die Möbelbranche oder der Bereich energetische Sanierung.

Die beliebtesten Einkaufsstraßen Deutschlands
Trotz Online-Boom gehen die Deutschen immer noch gern klassisch auf Einkaufsstraßen shoppen. Das zeigt die alljährliche Passantenfrequenz-Zählung von JLL. Am Zähltag (Samstag, 14. April 2018) besuchten zwischen 13 und 16 Uhr insgesamt 718.880 Passanten die Shoppingmeilen, das sind nur etwa 4000 weniger als 2017 und fast 240.000 Menschen pro Stunde. Kann die Frankfurter Zeil ihren Titel als beliebteste Einkaufsstraße 2017 verteidigen? Quelle: dpa
Rang 10: Schadowstraße, DüsseldorfDie Düsseldorfer Schadowstraße hat sich wieder gefangen. Nachdem sie 2017 einen deutlichen Frequenzrückgang zu beklagen hatte, verbesserte sie sich in diesem Jahr um 665 auf 9130 Besucher pro Stunde. Im Bild die Eröffnung des C&A-Flagship-Stores. Quelle: obs
Rang 9: Königstraße, StuttgartDie Königstraße legt noch deutlicher zu: Stuttgarts meistfrequentierte Einkaufsstraße steigert sich um 1690 auf 9.145 Passanten pro Stunde. Quelle: dpa
Rang 8: Hohe Straße, KölnDie Kölner Hohe Straße lockt pro Stunde 9.435 Einkäufer an,, zu Spitzenzeiten waren es mal 12.795. Damit ist sie nur auf dem zweiten Platz unter den Kölner Top-Shopping-Lagen. Quelle: dpa
Rang 7: Flinger Straße, DüsseldorfDie Flinger Straße in Düsseldorf ist dagegen etwas abgerutscht: Nach dem dritten Platz 2017 reiht sie sich in diesem Jahr weiter hinten ein. 9670 Passanten wollten hier stündlich einkaufen. Quelle: dpa
Rang 6: Westenhellweg, DortmundDortmunds Westenhellweg war 2013 noch absoluter Spitzenreiter mit 12.950 Passanten, stürzte bis 2017 aber auf den neunten Rang ab. Nun reicht es wieder für den sechsten: Mit 10.180 Einkäufern pro Stunde nähert die Ruhgebiets-Shoppingmeile dem Trubel alter Tage wieder an.
Rang 5: Georgstraße, HannoverDie Georgstraße in Hannover, lockte 2015 noch 10.430 Menschen pro Stunde, damals ergab das Rang Vier. Nach einigen schwächeren Jahren hat sie ihren alten Wert nun sogar übertroffen: 10.985 Shoppende pro Stunde. Trotzdem reicht es damit in diesem Jahr nur noch für Platz Fünf. Quelle: dpa


Die Konjunkturaussichten beurteilen die Verbraucher bereits seit Ende 2012 wieder positiver, liegen damit aktuell aber erst leicht über dem langjährigen Durchschnittswert. Grund ist die hartnäckige Rezession in der Eurozone. Diese wirkt sich jedoch nicht auf die im Juli spürbar gestiegene Einkommenserwartung aus, denn die orientiert sich maßgeblich am stabilen Arbeitsmarkt in Deutschland sowie den zurückliegenden Tarifabschlüssen.

Die GfK-Konsumexperten sehen kein Ende der positiven Verbraucherstimmung - im Gegenteil: „Damit behauptet der private Konsum seine wichtige Stellung als verlässliche Stütze der deutschen Konjunktur“, hieß es. Sofern die Schuldenkrise nicht erneut ausbreche, dürften die Verbraucherausgaben in diesem Jahr real um ein Prozent zunehmen.

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