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US-Notenbank Zinserhöhung bewegt die Märkte

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Die Senkung des Diskontsatzes im August 2007 war die erste Reaktion der US-Notenbank auf die Finanzkrise. Die Volkswirte der UniCredit sehen daher in der Anhebung des Satzes einen ersten Schritt einer Ausstiegsstrategie. Die klare Aussage der Fed, dass es sich nicht um eine Veränderung des Ausblicks für die Wirtschafts- und Geldpolitik handle, mache jedoch eine baldige Zinserhöhung unwahrscheinlich.

Zudem wiederholte die Fed die Aussage, dass der Leitzins für einen „ausgedehnten Zeitraum“ auf einem „außergewöhnlich niedrigen Niveau“ bleibe. Die UniCredit geht von einer Anhebung des Leitzinses frühestens im September aus. Die Risiken für eine noch spätere Anhebung seien gestiegen.

Vor der Krise lag der Diskontsatz noch einen Prozentpunkt über dem Leitzins. Die Differenz zwischen dem Diskontsatz und dem aktuellen Leitzins, der zurzeit zwischen null und 0,25 Prozent liegt, ist also immer noch sehr niedrig.

Leitzinserhöhung erst zum Ende des Jahres erwartet

Commerzbank-Experte Weidensteiner erwartet weitere Anhebungen des Diskontsatzes, um die Differenz zum Leitzins wieder auf das Vorkrisenniveau zu bringen. Eine symbolische Bedeutung für den Leitzins sieht Weidensteiner angesichts der Vorbereitung durch die Fed nicht: „Wir erwarten eine richtige Leitzinserhöhung erst zum Ende des Jahres.“ Die Entscheidung markiere vielmehr einen Schritt beim Übergang hin zu einer „normaleren“ Geldpolitik.

Auch die Experten von HSBC Trinkaus sehen nicht den Beginn einer schärferen Geldpolitik. Vielmehr sei die Erhöhung einer von vielen notwendigen Schritten, den geldpolitischen Rahmen wieder auf ein normales Maß zurückzuführen, heißt es in einer Studie vom Freitag. „Wir erwarten eine Erhöhung des Leitzinses erst 2011.“

An den Finanzmärkten gerieten die Aktien und der Eurokurs unter Druck. Der Eurokurs sank infolge der Entscheidung unter die Marke von 1,35 US-Dollar, nachdem er zuvor noch über der Marke von 1,36 Dollar notiert hatte. „Die Diskontsatzerhöhung ist positiv für den Dollar zu werten“, sagte Devisenexpertin Antje Praefcke von der Commerzbank. „Die Erhöhung entspricht zwar nur einer Normalisierung der amerikanischen Geldpolitik, die US-Notenbank bewegt sich aber.“ Zusammen mit zuletzt günstigen Fundamentaldaten aus den USA und eher ungünstigen Zahlen aus dem Euroraum könnte der Euro weiter unter Druck geraten.

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