Viele freie Jobs Im November 2,72 Millionen ohne Arbeit

Trotz eingetrübter Konjunkturprognosen liegt die Arbeitslosigkeit in Deutschland auf dem niedrigsten Stand seit drei Jahren und ist kaum noch höher als Anfang der 1990er Jahre.

So wird aus der Arbeitslosigkeit ein Neubeginn
Erstmal zur ArbeitsagenturDen Job zu verlieren, ist zunächst ein Schock. Trotzdem nützt Selbstmitleid in dieser Situation nichts. Deshalb müssen Betroffene so schnell wie möglich aktiv werden. Das beginnt mit dem Gang zur Arbeitsagentur, sobald klar ist, dass die Kündigung ins Haus steht. Dort melden sich Betroffene arbeitssuchend und klären die nötigen Formalitäten. Quelle: dpa
Ziele und Fähigkeiten einschätzenBevor Sie sich auf zu neuen Ufern machen, fragen Sie sich selbst, was Sie können - und was Sie erreichen wollen. Bei der Bestandsaufnahme der eigenen Fähigkeiten kann die Einschätzung von Freunden und Ex-Kollegen helfen. Ziele definieren müssen Sie dagegen selbst. Quelle: Fotolia
Bewerbungsunterlagen aktualisierenGerade wer länger keine Bewerbungen mehr geschrieben hat, sollte sich ein wenig Zeit für seine Unterlagen nehmen. Das heißt, den Lebenslauf zu aktualisieren, Kopien der entsprechenden Arbeitszeugnisse beilegen und ein aktuelles Bewerbungsfoto machen lassen. Quelle: Fotolia
Bewerben übenWenn Sie sich unsicher sind, wie ein Bewerbungsgespräch ablaufen soll: üben Sie die Situation. Informieren Sie sich über ein Unternehmen, das Sie interessiert und üben Sie, sich zu verkaufen. Was bieten Sie, was wollen Sie, was können Sie? Viele Jobcenter bieten außerdem Bewerbungstrainings an. Quelle: Fotolia
Bewerbungen schreibenWenn die Unterlagen auf dem neuesten Stand sind, gilt es, sich für den Job zu bewerben, der zu den eigenen Fähigkeiten und Zielen passt. Vor der schriftlichen Bewerbung braucht niemand Angst zu haben. Wichtig ist, zu erklären, warum man der oder die Richtige für den Job ist und sich interessant zu machen. Wie die perfekte Bewerbung aussehen sollte, erfahren Sie hier. Quelle: Fotolia
Engagieren Sie sichWarten Sie nicht darauf, dass Ihnen der neue Job in den Schoß fällt - werden Sie aktiv. Gehen Sie zu Fachmessen, sprechen Sie Personaler und Headhunter an und schreiben Sie Initiativbewerbungen. Quelle: Fotolia
Nehmen Sie direkten Kontakt aufSie wollten schon immer zu Siemens oder zur Deutschen Bank? Dann schreiben Sie doch die Firmen, die sie interessieren, direkt an. Schicken Sie ein kurzes, persönliches Anschreiben nebst einem Profil von Ihren Fähigkeiten und beruflichen Stationen. Oft ergibt sich etwas, auch wenn keine Stelle ausgeschrieben war. Quelle: Fotolia
Entwickeln Sie neue Job-IdeenWeder die Jobportale noch die Stellenanzeigen geben das passende her und spannende Unternehmen gibt es auch nicht in der näheren Umgebung? Werden Sie nicht depressiv, sondern kreativ! Entwickeln Sie neue Idee, wo und was Sie alles arbeiten könnten oder wollen. Für manche kann auch der Schritt in die Selbstständigkeit ein Weg aus der Arbeitslosigkeit sein. In diesem Fall gibt es sogar Förderungen von der Arbeitsagentur. Quelle: Fotolia
Bilden Sie sich fortWer mehr als drei Monate ohne neuen Job ist, sollte sich nach geeigneten Fortbildungen umsehen, raten Experten der Arbeitsagentur. Damit zeige man späteren Arbeitgebern auch, dass man die Arbeitslosigkeit nicht nur auf der Couch verbracht hat. In den ersten drei Monaten sollte man sich jedoch hauptsächlich auf die Jobsuche und noch nicht auf Fortbildungen konzentrieren. Quelle: Fotolia
Alternativen suchenWer lange arbeitssuchend ist und sich nicht selbstständig machen möchte, für den könnte eine Umschulung nützlich sein. Auch Praktika und Probearbeiten können hilfreich sein. Wichtig ist, immer nach Alternativen zu suchen und nicht zu resignieren. Quelle: Fotolia

Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich nach Experteneinschätzung trotz flauer Konjunktur weiter robust. Mit 2,72 Millionen habe die Zahl der Erwerbslosen im November um rund 10.000 unter dem Oktober-Niveau gelegen, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Der Rückgang sei damit stärker ausgefallen als im Schnitt der vergangenen drei Jahre. Die Fachleute berufen sich dabei auf eigene Berechnungen. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Donnerstag bekanntgeben.

„Da zeigt sich die konjunkturelle Schwäche vom Sommer und im Herbst“, kommentiert etwa Steffen Henzel vom Ifo Institut. Der Rückgang im November hat nach Einschätzung der Volkswirte allein saisonale Gründe. So dürfte die außergewöhnlich milde Witterung die Entwicklung positiv beeinflusst haben, schätzt etwa Allianz-Volkswirt Rolf Schneider.

Aus diesen Gründen bekommt nicht jeder Arbeitslose auch Geld

Trotz allem ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt nach Einschätzung der Fachleute weiterhin gut. „Es scheint so zu sein, dass der Arbeitsmarkt noch nicht betroffen ist, obwohl sich die Stimmung weiter eingetrübt hat“, erläuterte Stefan Kipar von der BayernLB. Die folgenden Monate bewerten die Experten aufgrund der konjunkturellen Entwicklung eher zurückhaltend. Auch der Mindestlohn, der von Januar an gilt, werde sich auf die Arbeitslosenzahlen auswirken, gaben sie zu bedenken.

Für Zuversicht sorgten unterdessen jüngste Daten der Bundesagentur zur Entwicklung der offenen Stellen. Derzeit suchten Betriebe in Deutschland soviel Personal wie zuletzt vor knapp drei Jahren, berichtete die BA am Mittwoch in Nürnberg. Gemessen am Stellenindex BA-X der Bundesagentur lag die Zahl der freien Jobs im November noch einmal über dem ohnehin schon hohen Oktober-Stand und nur knapp unter dem Rekordniveau vom Jahreswechsel 2011/2012, berichtete die Bundesbehörde.

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Die jüngste Entwicklung zeige, dass Firmen schon frühzeitig auf Fachkräfte-Suche gingen - unabhängig von der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, gab die Bundesagentur zu bedenken. Derzeit liege die Zahl der offenen Stellen in 80 Prozent der Branchen über dem Vorjahresniveau. Rund ein Drittel der angebotenen Jobs stammten von Zeitarbeitsfirmen. Gesucht würden qualifizierte Mitarbeiter außerdem im Einzelhandel, bei Bauinstallationsbetrieben sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.

Minijobs und Zeitarbeit sind dagegen in Deutschland weiter rückläufig, wie das Statistische Bundesamt Mittwoch mitteilte. Die Zahl der sogenannten atypisch Beschäftigten sank 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 71 000 auf 7,64 Millionen. Damit setzte sich nach Angaben der Statistikbehörde der bereits 2012 beobachtete Rückgang fort. Der Anteil dieser Beschäftigungsgruppe an allen Erwerbstätigen verringerte sich nach Berechnungen der Wiesbadener Statistiker binnen Jahresfrist leicht von 21,7 Prozent auf 21,4 Prozent.

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