Wachstum in Deutschland Wirtschaftsforschungsinstitute senken ihre Prognosen

Das RWI und das IWH haben die Wachstumsprognosen für 2014 nach unten korrigiert. Hauptgrund seien die voraussichtlich schwächeren Exporte und damit auch geringere Investitionen im neuen Jahr.

Eine Luftaufnahme zeigt das Containerterminal an der Stromkaje in Bremerhaven. Wegen eines überraschenden Produktionseinbruchs im Herbst korrigieren zahlreiche Institutionen ihre Prognosen für Deutschlands Wirtschaftswachstum nach unten. Quelle: dpa

Die Regierungsberater vom RWI-Institut haben ihre Wachstumsprognose für nächstes Jahr gesenkt. Statt der bislang erwarteten 1,9 Prozent werde das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland nur um 1,5 Prozent zulegen. "Die Weltwirtschaft erholt sich zwar, aber die deutschen Exporte entwickeln sich etwas gedämpfter als gedacht", sagte der Konjunkturchef des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), Roland Döhrn, am Donnerstag.

Das dürfte dazu führen, dass die Unternehmen vorsichtiger investieren. Die Binnennachfrage werde dagegen bei steigenden Reallöhnen und Beschäftigungswachstum robust bleiben. Auch die befürchtete Delle am Ende des laufenden Jahres kostet dem RWI zufolge Wachstum. "Die Wirtschaft geht mit weniger Schwung ins neue Jahr", sagte Döhrn. "Das dämpft 2014 den Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Produktion."

Die Industriefirmen hatten im Oktober überraschend weniger hergestellt, während die Exporte nahezu stagnierten. Auch das Bundeswirtschaftsministerium rechnet deshalb "allenfalls mit einem moderaten Wachstum".

Für das Gesamtjahr 2013 geht das Essener RWI von plus 0,4 Prozent aus.

Wachstumsprognosen für Deutschland 2014

Auch das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) rechnet 2014 mit einem geringeren Wirtschaftswachstum als ursprünglich angenommen, ist dabei aber immer noch optimistischer als das RWI. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde um 1,8 Prozent zulegen, teilte das Institut am Donnerstag in Halle mit. Im September waren die Experten noch von einem Wachstum von 2,0 Prozent ausgegangen. Hauptgrund für die nach unten korrigierte Prognose ist den Angaben zufolge ein erwartetes schwaches Winterhalbjahr 2013/2014.

Für das Jahr 2015 rechnet das Institut mit einem Wirtschaftswachstum von 2,0 Prozent. Für das laufende Jahr erwartet das IWH wie das RWI ebenfalls eine BIP-Zunahme um 0,4 Prozent. Im Herbst waren die Forscher noch von einem Anstieg von 0,6 Prozent ausgegangen.

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