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Währungspolitik Wie China den Yuan zur Leitwährung machen will

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Für die USA fatal

Wen Jiabao Quelle: REUTERS

Der Yuan aber kann nur zur Leitwährung werden, wenn die Regierung den Kapitalverkehr liberalisiert. "Das größte Hindernis für China, den R enminbi international handelbar zu machen, ist sein unterentwickeltes Finanzsystem", heißt es in der Weltbank-Studie "China 2030". China fehlten breit gefächerte Finanzinstrumente, Ineffizienz, hohe Transaktionskosten und fehlende Regulierungsmechanismen behinderten die Entwicklung des Sektors. Bisher wickelt die Bank of China die Kapitalströme ab - allerdings nur zu Banköffnungszeiten. In Zeiten, in denen Computer in Ticks, Bruchteile von Sekunden, Kaufentscheidungen fällen, ist das, als erledige man seine Postverkehr mit handgeschriebenen Briefen.

Schrittweise Aufwertung des Yuan

Peking will deswegen in kleinen Schritten vorgehen: Der Yuan soll schrittweise aufgewertet werden, gleichzeitig soll sich die exportgetriebene Wirtschaft mehr auf den gewaltigen Binnenmarkt konzentrieren. Schon jetzt zählen mehr als 200 Millionen zur Mittelschicht, bis 2023 soll diese soziale Gruppe in den Städten über 50 Prozent stellen. Nach und nach schwappt das Wachstum von den Küstenprovinzen nach Westen in Megastädte wie Chongqing oder Chengdu. Wird die Wirtschaft vom Export unabhängiger, sind die Folgen einer Aufwertung weniger fatal.

Vor einigen Tagen kündigte Premierminister Wen Jiabao, für chinesische Verhältnisse relativ unverblümt, an, das Monopol der vier Großbanken zu brechen: "Lassen Sie mich ganz offen sein: Unsere Banken machen viel zu leicht Gewinne. Warum ist das so? Weil wenige Großbanken ein Monopol haben."

Zunehmende Konzentration der Wirtschaft auf den Binnenmarkt, schrittweise Liberalisierung des Finanzsektors, und langsame Aufwertung des Yuan - so dürfte Chinas Fahrplan für die nächsten Jahre aussehen.

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Um dem Ziel, den Yuan als Leitwährung zu etablieren, näher zu kommen, ist der Aufbau einer Handelsplattform ein wichtiger, aber kleiner Schritt. Denn bis der Yuan tatsächlich den Dollar als Leitwährung ablöst, dürfte noch einige Zeit vergehen: "Wahrscheinlich wird der US-Dollar die Leitwährung bleiben", heißt im "China 2030"- Bericht der Weltbank, "insbesondere angesichts der Schwäche der Euro-Zone und Japans." Für die USA wäre die Ablösung des Dollars als Leitwährung fatal. Die Kapitalbeschaffung würde sich erschweren, die Zinsen für das ohnehin schuldengeplagte Land weiter steigen.

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