Weltwirtschaft Die Welt braucht dringend Reformen

Die weltweiten Wachstumsaussichten sind unsicherer geworden. Reformen vor allem für mehr Beschäftigung werden immer notwendiger. Da sind sich Kanzlerin Merkel, IWF-Chefin Lagarde und andere „Chefs“ der Welt einig.

Angela Merkel und Christine Lagarde Quelle: REUTERS

Reformen für Wachstum und Beschäftigung weltweit waren das wichtigste Thema eines Treffens von Kanzlerin Angela Merkel mit internationalen Spitzenorganisationen. Auch die angespannte wirtschaftliche Lage im Krisenland Ukraine und die Schuldenlast Griechenlands standen im Kanzleramt auf der Tagesordnung.

Zu dem Gespräch kamen am Mittwochabend die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sowie Weltbank-Präsident Jim Yong Kim nach Berlin. Auch der Generalsekretär der Industrieländer- Organisation OECD, Angel Gurría, der Chef der Welthandelsorganisation WTO, Roberto Azevêdo, sowie der Generaldirektor der Arbeitsorganisation ILO, Guy Ryder, nahmen daran teil.

Kampf gegen Armut, Klimawandel und Seuchen

In einer gemeinsamen Erklärung wollten Merkel und die Chefs der Organisationen einen besonderen Schwerpunkt auf die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit legen. Merkel erwartet auch Unterstützung für ihren Kurs einer wachstumsfreundlichen Konsolidierung in der Eurozone.

Die zehn wettbewerbsfähigsten Länder der Welt

Weitere Themen waren der weltweite Kampf gegen Armut und der Klimawandel. Auch das internationale Krisenmanagement bei Seuchen wie dem jüngsten Ebola-Ausbruch in Afrika sollte erörtert werden. Deutschland hat in diesem Jahr den Vorsitz in der G7-Gruppe führender westlicher Industriestaaten.

OECD-Chef Angel Gurría forderte unmittelbar vor dem Treffen die Euro-Länder zu einem gemeinsamen Reformpaket für mehr Wirtschaftswachstum und Beschäftigung auf. „Wir müssen unsere Anstrengungen verstärken für eine ambitionierte Reformagenda, die zu einem nachhaltigen Wachstumsmodell führt, das allen zugutekommt“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Der Linken-Vorsitzende Bernd Riexinger begrüßte die Forderung des OECD-Chefs: „Statt Europa kaputt zu sparen, brauchen wir Investitionen.“ Dadurch müssten die Massenarbeitslosigkeit bekämpft, die Infrastruktur verbessert und die Energiewende vorangetrieben werden.

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Die westlichen Länder arbeiten derzeit auch an einem Hilfspaket von gut 40 Milliarden Dollar für die Ukraine. Rund 17,5 Milliarden Dollar davon will der IWF bereitstellen. Darüber hinaus sollen auch andere Institutionen sowie Länder weitere Hilfsgelder beisteuern. Experten bezweifeln, dass die bisher angepeilten Mittel ausreichen.

Das Hilfspaket ist nach Darstellung der Bundesregierung auch an Reformen der Kiewer Regierung geknüpft. „Diese finanzielle Unterstützung von IWF und Europäischer Union, die kann nur unter der Maßgabe geleistet werden, dass die Ukraine die dringend notwendigen Reformen auch beschließt und umsetzt“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin.

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