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Weltwirtschaft Gefahr für Deutschlands Konjunktur

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Ein kleiner Plastikbär, Quelle: dpa

Leicht hat es die Konjunktur in diesem Jahr ohnehin nicht gehabt. Erst trieben die Unruhen im Nahen Osten den Ölpreis auf Höchststände. Dann behinderte die Atomexplosion im japanischen Fukushima die weltweiten Lieferketten. Als daraufhin die Frühindikatoren nach unten drehten, zeigten sich die Experten zunächst wenig besorgt. Der Weltwirtschaft stehe allenfalls ein "soft patch", eine kleine Konjunkturdelle, bevor, hieß es beruhigend aus Banken und Instituten.

Konjunkturprognosen werden im Eiltempo nach unten korrigiert

Doch davon kann jetzt keine Rede mehr sein. Aus der kleinen Delle droht ein ausgewachsener Abschwung, im schlimmsten Falle eine Rezession zu werden. Der ifo-Wirtschaftsklimaindex für die Euro-Zone ist im dritten Quartal erstmals seit Anfang 2009 gesunken. Im Eiltempo revidieren Analysten derzeit ihre Konjunkturprognosen nach unten. Zwar erwarten sie für Deutschland für dieses und nächstes Jahr noch Wachstumsraten von drei beziehungsweise zwei Prozent. Doch die Prognosen stehen auf wackeligen Beinen, weitere Anpassungen nach unten sind nur eine Frage der Zeit.

Dass dem globalen Aufschwung die Puste ausgeht, zeichnete sich allerdings schon vor den jüngsten Börsenturbulenzen ab. Denn der Hauptmotor, die Schwellenländer in Asien und Lateinamerika, hat die Drehzahl kräftig heruntergeschraubt. Die Zentralbanken in China, Indien, Brasilien und Russland erhöhten gleich mehrfach die Leitzinsen. In China kletterten die Geldbeschaffungskosten auf 6,56 Prozent, in Indien auf 8,0, in Brasilien sogar auf 12,5 Prozent.

Nahrungsmittel als Preistreiber

Der Grund für die geldpolitische Straffung ist die allerorten aus dem Ruder laufende Inflation. In China sprang die Teuerungsrate im Juli auf 6,5 Prozent. In Indien müssen Verbraucher 8,6 Prozent mehr für die Güter des täglichen Bedarfs auf den Tisch legen als im Vorjahr.

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    Preistreiber Nummer eins sind die Nahrungsmittel, die einen Anteil zwischen 30 Prozent (China) und 50 Prozent (Indien) an den Konsumausgaben haben. Die ultralockere Geldpolitik der Notenbanken in den Industrieländern hat die Preise für Agrarrohstoffe auf den Weltmärkten in die Höhe katapultiert. Getrieben von der Angst vor Inflation und auf der Suche nach Rendite, steckten Anleger ihr Geld in Rohstoffe. So sind die Preise für Nahrungsmittel seit dem Start des Ankaufprogramms der Fed für Staatsanleihen weltweit um 30 Prozent in die Höhe geschnellt.

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