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Weltwirtschaft Gefahr für Deutschlands Konjunktur

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Flags wave at the Washington Quelle: dapd

Die höheren Zinsen bringen nun die Konjunktur in den Schwellenländern ins Stottern. In Indien brach der Autoabsatz im Juli um 15 Prozent ein, die Konsumenten halten sich mit dem Kauf langlebiger Konsumgüter zurück, das Geschäftsklima sinkt. Auch in China hat sich die Konjunktur verlangsamt. Die Ökonomen der britisch-asiatischen Bank HSBC erwarten, dass sich die Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts von 10,3 Prozent im vergangenen Jahr auf 8,9 Prozent in diesem und 8,6 Prozent im nächsten Jahr abschwächen wird.

Dass die Abkühlung in den Schwellenländern so stark auf die Weltwirtschaft durchschlägt, liegt an ihrer gestiegenen Bedeutung. Lag ihr Anteil am globalen BIP 1990 noch bei rund 20 Prozent, so sind es mittlerweile schon 38 Prozent – Tendenz steigend.

Schwellenländer drücken die Weltwirtschaft nach unten

Rund die Hälfte des weltweiten Exports, ein Drittel der globalen Konsumausgaben und 35 Prozent der weltweiten Aktienmarktkapitalisierung entfallen auf die Schwellenländer. In der zurückliegenden Dekade erwirtschafteten sie 75 Prozent des weltweiten Wirtschaftswachstums. "Die Schwellenländer sind zum Schrittmacher für die Weltwirtschaft geworden", sagt Andreas Rees, Deutschland-Chefökonom von UniCredit. Nach der Lehman-Pleite haben sie die Weltwirtschaft nach oben gezogen, jetzt drücken sie sie nach unten. "Auch ohne die jüngste Eskalation der Schuldenkrise und den Börsencrash wäre es zur Abkühlung der Weltwirtschaft gekommen", konstatiert Rees.

USA vor der Rezession

Die USA haben dem Abwärtssog aus den Schwellenländern nichts entgegenzusetzen. Amerika kämpft nach dem Platzen der Kredit- und Immobilienblase mit einem Überangebot auf dem Häusermarkt, hoher Arbeitslosigkeit, steigenden Staatsschulden und schwachem Konsum. Im ersten Quartal legte das BIP nur um jämmerliche 0,1 Prozent zu, im zweiten Vierteljahr lief es mit einem Plus von 0,3 Prozent kaum besser.

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    Eine Wirtschaft, die kaum wächst, ist anfällig für Schocks. In einer aktuellen Studie haben die Ökonomen der Notenbank Fed herausgefunden, dass die USA in fast der Hälfte aller Fälle, in denen die Wachstumsrate gegenüber dem Vorquartal unter die Marke von 0,3 Prozent fiel, in den folgenden vier Quartalen in die Rezession rutschte. Angesichts der Wachstumsrate von 0,2 Prozent im ersten Halbjahr 2011 liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession daher aktuell bei 50 Prozent. Kein Wunder, dass die Börsen Rezessionsszenarien durchspielen.

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