Weltwirtschaft Merkel und Lagarde zeigen sich besorgt

Die Bundeskanzlerin fordert mit fünf Vertretern von internationalen Finanz- und Wirtschaftsorganisationen weitere Anstrengungen zur Krisenbekämpfung im Euroraum. Das Augenmerk richten sie dabei auf Innovationen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt die Spitzen der internationale Organisationen: Jim Yong Kim von der Weltbank, den Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Angel Gurria (r.) und die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde. Quelle: dapd

Kanzlerin Angela Merkel und eine Runde von Spitzenvertretern fünf internationaler Organisationen haben sich besorgt über die Entwicklung der globalen Konjunktur gezeigt. "Die Erholung der Weltwirtschaft verläuft weiter in unsicheren Bahnen, die weiteren Aussichten sind ungewiss", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung am Rande eines Treffen von Merkel am Dienstag mit IWF-Chefin Christine Lagarde, OECD-Generalsekretär Angel Gurria, WTO-Generaldirektor Pascal Lamy, dem Chef der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, Guy Ryder, und Weltbankpräsident Jim Yong Kim. Die Gruppe vereinbarte eine enge Zusammenarbeit, um Innovationen anzukurbeln und die Arbeitslosigkeit abzubauen.

Wie sich die Welt verändert hat

Laut Prognose des IWF bestünden erhebliche Abwärtsrisiken für die Weltwirtschaft, hieß es in Erklärung. Die Weltwirtschaft werde demnach 2012 um 3,3 Prozent und 2013 um 3,6 Prozent wachsen. "Die Schuldenstände bewegen sich in den meisten Industrieländern immer noch auf einem nicht nachhaltigen Niveau", hieß es weiter. Um Vertrauen wiederherzustellen und Wachstums- und Beschäftigungsaussichten zu verbessern, müssten konsequente Maßnahmen zur finanzpolitischen Konsolidierung ergriffen werden, die mit Strukturreformen einhergehen müssten.

Um die Wachstumsaussichten zu verbessern, verständigte sich die Gruppe auf fünf Handlungsfelder. So sollten Innovationen gefördert werden: "Wir begrüßen insbesondere die Bemühungen in mehreren Euro-Ländern zur Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit und zur Konsolidierung der Haushalte. Dies hat zu einem Anstieg des Investorenvertrauens in diese Länder geführt." Zudem sollen das Beschäftigungsniveau erhöht und Jugendarbeitslosigkeit abgebaut werden. Weiter bekannte sich die Runde zu einer weiteren Liberalisierung des Welthandels und den Kampf gegen den Klimawandel, was auch zu einer Wachstumschance werden könne. Schließlich solle die Ernährungssicherheit für die wachsende Weltbevölkerung gesteigert werden.

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