Weltwirtschaftswachstum UN reduzieren Prognose deutlich

In den vergangenen Jahren haben Schwellenländer Boden gutgemacht und aufgeholt, doch das ist nach Angaben der Vereinten Nationen erst einmal vorbei. Und wo steht Europa?

Die Geschichte der freien Marktwirtschaft
Metamorphose IIn der Frühphase des Kapitalismus werden aus Landarbeitern Handwerker: Webstuhl im 19. Jahrhundert in England. Quelle: imago / united archives international
Metamorphose IIMit der Industrialisierung werden aus Handwerkern Arbeiter: Produktion bei Krupp in Essen, 1914. Quelle: dpa
Metamorphose IIIIm Wissenskapitalismus werden Arbeiter zu Angestellten und Proletarier zu Konsumenten: Produktion von Solarzellen in Sachsen. Quelle: dpa
Ort der VerteilungsgerechtigkeitDen reibungslosen Tausch und die Abwesenheit von Betrug – das alles musste der Staat am Markt anfangs durchsetzen. Quelle: Gemeinfrei
Ort der KapitalkonzentrationDer Börsenticker rattert, die Märkte schnurren, solange der Staat ein wachsames Auge auf sie wirft Quelle: Library of Congress/ Thomas J. O'Halloran
Ort der WachstumsillusionWenn Staaten Banken kapitalisieren, sind das Banken, die Staaten kapitalisieren, um Banken zu kapitalisieren... Quelle: AP
Karl MarxFür ihn war der Unternehmer ein roher Kapitalist, ein Ausbeuter, der Arbeiter ihrer Freiheit beraubt. Quelle: dpa

Die Weltwirtschaft wird nach Einschätzung der Vereinten Nationen weniger stark wachsen als angenommen. Im „stockenden Jahr 2015“ werde das Wachstum nur etwa 2,4 Prozent betragen - 0,4 Punkte weniger als noch im Mai vorhergesagt. Für das nächste Jahr erwarten die Experten in einem am Donnerstag in New York veröffentlichten Report 2,9 und 2017 dann 3,2 Prozent. Vor einem halben Jahr waren sie noch von 3,1 Prozent für das nächste Jahr ausgegangen.

Für die EU sagen die Forscher nach wie vor 1,9 Prozent für dieses Jahr voraus und die Prognose für das nächste Jahr wurde nur um einen zehntel Punkt auf 2,0 Prozent revidiert. Im Jahr 2017 könnten es dann 2,2 Prozent sein. In Südost-Europa solle die Wirtschaft dann sogar um 3,0 Prozent wachsen.

Während die USA mit 2,4 Prozent und dann 2,6 und 2,8 Prozent in den beiden nächsten Jahren wachsen, bleibt Japan demnach das Sorgenkind unter den großen Industrienationen. Nur plus 0,5 Prozent sollen es in diesem Jahr sein und im nächsten Jahr dann zwar 1,3, im Jahr 2017 aber wieder nur 0,6 Prozent.

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Besonders besorgt sind die UN-Experten um die Schwellenländer. Diese hätten das schwächste Jahr seit der Finanzkrise 2008/2009 erlebt, die Wirtschaft sei 2015 um 2,8 Prozent eingebrochen. Mit 0,8 im nächsten und 1,9 Prozent im übernächsten Jahr fällt die Wachstumsprognose deutlich geringer aus als erwartet.

Besonders betroffen sei Russland, dessen Wirtschaft in diesem Jahr um 3,8 Prozent geschrumpft sei und auch im nächsten Jahr nicht wachsen werde. Für die übrigen früheren Sowjetrepubliken, mit Ausnahme der baltischen Staaten, berechneten die UN-Experten ein Minus von 3,0 Prozent. Auch Brasilien habe ein Minus von 2,8 Prozent hinnehmen müssen, im nächsten Jahr sollen es noch einmal 0,8 Prozent weniger sein.

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