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Wirtschaft im Weitwinkel

Zeitenwende bei den deutschen Exporten

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Die ganz besondere Bedeutung Chinas

Ganz besondere Bedeutung für die deutschen Exporteure hat in den vergangenen Jahren das Geschäft mit China erlangt: Durch das exorbitante Wachstum im Handel mit dem Reich der Mitte hat sich die Volksrepublik in der Rangfolge der deutschen Exportmärkte bis 2014 auf den vierten Platz vorgearbeitet, mit einem Exportvolumen von 74,4 Milliarden Euro. Nur nach Frankreich, in die USA und nach Großbritannien wurden mehr Waren ausgeführt als nach China. Der Rückgang 2015 war das erste Minus seit 1997, selbst im Krisenjahr 2009, als die deutschen Ausfuhren insgesamt um mehr als 18 Prozent einbrachen, legten die Exporte nach China weiter zu.

Dabei spielt China für den asiatischen Handel schon allein aufgrund seiner Größe eine entscheidende Rolle. Zusammen mit Hongkong macht der chinesische Außenhandel mehr als 40 Prozent des asiatischen Handelsvolumens aus. Zwischen 2005 und 2014 sind die chinesischen Exporte mit sieben Prozent pro Jahr mehr als doppelt so schnell angestiegen wie die globalen Exporte. Auch die Importe haben in diesem Zeitraum mit 5,9 Prozent überdurchschnittlich zugelegt. Im vergangenen Jahr sind die chinesischen Importe dagegen um fast vier Prozent eingebrochen, während die Exporte immerhin noch um rund zwei Prozent zulegten. Dabei sollte vom Rückgang der preisbereinigten Importe Chinas nicht auf einen entsprechenden Einbruch der chinesischen Wirtschaftsleistung geschlossen werden.

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Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass in Phasen rückläufiger chinesischer Importe zwar auch das BIP-Wachstum etwas nachgelassen hat (wie zum Beispiel im Zuge der Asienkrise 1998 oder der Finanzkrise 2008), dass es aber auch in dieser Zeit stets über sechs Prozent notierte. Im vergangenen Jahr wuchs die chinesische Wirtschaft um 6,9 Prozent, das war die niedrigste Rate seit dem Jahr 1990.

Die chinesische Wachstumsdynamik und die Schwankungen der Importnachfrage sind für die deutsche Exportwirtschaft in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Dennoch spielen die Industrieländer, allen voran die USA, für die deutsche Konjunktur immer noch die bedeutendere Rolle. So sind im vergangenen Jahr Waren im Wert von 114 Milliarden Euro in die USA exportiert worden, das übertrifft die Lieferungen nach China um rund 60 Prozent. In die anderen Euro-Länder insgesamt wurden 2015 sogar mehr als sechsmal so viele Waren geliefert als nach China.

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