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„Wirtschaft nimmt Fahrt auf“ Ifo-Index steigt kräftiger als erwartet

Die deutsche Wirtschaft kehrt nach einer konjunkturellen Schrumpfkur zu Jahresbeginn nach Einschätzung der Bundesbank in die Wachstumsspur zurück. Quelle: dpa

Angesichts der Impffortschritte in der Coronakrise hellt sich die Stimmung der Firmen in Deutschland wieder auf. Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte im Mai auf 99,2 Punkte und damit auf den höchsten Wert seit Mai.

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Die Stimmung in den Chefetagen der Wirtschaft steigt angesichts der Impffortschritte in der Corona-Pandemie auf das höchste Niveau seit zwei Jahren. Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte im Mai auf 99,2 Punkte von 96,6 Zählern im April, wie das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut am Dienstag zu seiner Manager-Umfrage mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit 98,2 Punkten gerechnet. „Die deutsche Wirtschaft nimmt Fahrt auf“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Manager beurteilten ihre Lage günstiger als zuletzt. Zudem blicken sie deutlich optimistischer auf die kommenden Monate.

„Die Infektionszahlen sinken deutlich und die Weltwirtschaft floriert, aus diesen Zutaten ist das Feuerwerk der Geschäftserwartungen gemacht“, so das Fazit von Ökonom Andreas Scheuerle von der Dekabank. Im Verarbeitenden Gewerbe stieg die Stimmung nur leicht, im Dienstleistungssektor wurde der höchste Wert seit Februar 2020 erreicht. Die Erwartungen im Bereich Tourismus und Gastgewerbe seien im Mai geradezu „explodiert“, so Ifo-Experte Klaus Wohlrabe: „Hier gibt es Hoffnung auf ein gutes Sommergeschäft.“

Die dritte Corona-Welle sei wohl gebrochen und die Stimmung in den Unternehmen steige im Einklang mit dem Impffortschritt, sagte die KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Generell sei die Stimmungsaufhellung aber noch mit Vorsicht zu interpretieren, mahnte Chefökonom Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. Es bestünden weiterhin Lieferkettenprobleme, und mehr als vor der Krise bleibe die Wirtschaft vorerst auf Impulse aus China und den USA angewiesen. Die deutsche Wirtschaft kehrt nach einer konjunkturellen Schrumpfkur zu Jahresbeginn nach Einschätzung der Bundesbank in die Wachstumsspur zurück. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte demnach im zweiten Quartal wieder deutlich zulegen. Zu Jahresbeginn war das BIP wegen des Corona-bedingten Konsumeinbruchs um 1,8 Prozent geschrumpft.

Mehr zum Thema: Die deutsche Volkswirtschaftslehre verändert sich nicht nur methodisch, sondern auch personell. Junge Forscher bringen das Fach mit neuen Ideen und zukunftsrelevanten Themen voran – und nicht jeder ist schon Professor.

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