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Wirtschaftsaufschwung 2022 Forscher erwarten kräftigstes Wachstum seit Wiedervereinigung

Mitarbeiter fertigen Motorhauben. „Die deutsche Wirtschaft windet sich nur langsam aus der Pandemie“, erklären die DIW-Ökonomen. Für 2022 ist ihr Optimismus nun gestiegen. Quelle: dpa

Zwar senkt das DIW seine Prognose für 2021 deutlich auf 2,1 Prozent. Doch im kommenden Jahr erwarten gleich zwei Forschungsinstitute ein BIP-Wachstum von fast fünf Prozent – ein Rekord.

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Die neue Bundesregierung kann in ihrem ersten Jahr mit dem stärksten Aufschwung seit der Wiedervereinigung rechnen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) aus Berlin und das Essener RWI-Institut schraubten am Donnerstag ihre Prognosen für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) 2022 auf jeweils 4,9 Prozent nach oben. Es wäre das größte Plus seit Beginn der gesamtdeutschen Statistik. Bislang waren die Institute von 4,3 beziehungsweise 4,7 Prozent ausgegangen. „Die deutsche Wirtschaft startet erst ab kommendem Jahr richtig durch“, sagen die DIW-Forscher voraus.

Wegen der stockenden Produktion in der Industrie dampften sie ihre Prognose für das laufende Jahr von 3,2 auf 2,1 Prozent ein. „Die deutsche Wirtschaft windet sich nur langsam aus der Pandemie“, erklärten die DIW-Ökonomen. Die globalen Lieferengpässe bei wichtigen Vorleistungsgütern wie Mikrochips würden die hiesige Industrie hart treffen. „Dadurch ist die heimische Produktion trotz hoher Nachfrage ins Stocken geraten“, hieß es dazu. „Auch die Dienstleistungsbranche schwächelt mit steigenden Infektionszahlen wieder.“

Dafür soll der Aufschwung im kommenden Jahr umso stärker ausfallen. „Wenn sich die Lieferengpässe im kommenden Jahr auflösen, dürfte die Industrie durchstarten“, erwartet das Institut. Gegen Ende 2022 könnte die Wirtschaft dann ihr Vorkrisenniveau wieder erreicht haben. Sie war 2020 wegen der Corona-Krise um 4,6 Prozent eingebrochen. „Auch der Arbeitsmarkt zieht langsam wieder an.“ Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte ab kommendem Frühjahr nachhaltig steigen.

Auch das RWI nahm seine Prognose für das laufende Jahr zurück, ist mit 3,5 Prozent aber deutlich optimistischer. „Lieferengpässe haben einige Branchen hart getroffen und dämpfen die wirtschaftliche Erholung“, sagte auch RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt. Er verwies auf nach wie vor große Risiken in Bezug auf den weiteren Verlauf der Pandemie und die Auslastung des Gesundheitssystems. „Ein weiterer Lockdown ist unbedingt zu vermeiden“, sagte er. „Aus wirtschaftlicher Sicht wäre es besser, stärker auf das 2G-Modell zu setzen, insbesondere in Regionen mit stark ausgelasteten Kliniken.“ 2G bedeutet, dass nur Geimpfte oder von einer Corona-Erkrankung Genesene etwa Restaurants, Kultur- oder Sportveranstaltungen besuchen dürfen.

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Wegen höherer Ölpreise und der Rückkehr zur normalen Mehrwertsteuer rechnet das DIW für dieses Jahr mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 3,0 Prozent - es wäre die höchste seit 1993. „Diese Effekte entfallen im kommenden Jahr“, hieß es. Dennoch dürfte die Teuerung mit rund 2,0 Prozent etwas erhöht bleiben, „da die Unternehmen die aufgrund der knappen Vorleistungen steigenden Produktionskosten teilweise weiterreichen“.

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