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Wirtschaftsausblick Erste Hoffnung auf Konjunkturbelebung

Das ZEW-Konjunkturbarometer ist zum dritten Mal in Folge gesunken. Die nächsten Monate können für deutsche Unternehmen folglich bitter werden. Für 2013 gibt es aber neue Hoffnung.

„Der Rückgang der Konjunkturerwartungen für das Jahresende 2012 flacht langsam ab. Vielleicht sind das die Vorboten einer erfreulichen Entwicklung im Jahr 2013“, sagt ZEW-Präsident Wolfgang Franz zum neuesten ZEW-Konjunkturbarometer. Quelle: dapd

Die Schuldenkrise steigert die Konjunkturskepsis der Börsenprofis in Deutschland. Das ZEW-Barometer für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft in den kommenden sechs Monaten fiel im Juli um 2,7 Punkte und steht nun nach Angaben des Mannheimer Instituts vom Dienstag bei minus 19,6 Zählern. Dies war der dritte Rückgang in Folge. Neben der schwachen Nachfrage aus der Euro-Zone nach deutschen Exportgütern belastet die heimische Konjunktur, dass die Wachstumsdynamik in weiteren wichtigen Partnerländern abnimmt.

Allerdings beinhalten die Zahlen auch einen ersten Hoffnungsschimmer: „Der Rückgang der Konjunkturerwartungen für das Jahresende 2012 flacht langsam ab. Vielleicht sind das die Vorboten einer erfreulichen Entwicklung im Jahr 2013“, so ZEW-Präsident Wolfgang Franz.

Die größten Risiken für die deutsche Wirtschaft

Dass die Konjunktur in Deutschland in den kommenden Wochen und Monaten nicht völlig einbricht, liegt in der Hand der deutschen Konsumenten. Die Schuldenkrise verdirbt den Verbrauchern in der Europa die Kauflaune. Die Verschärfung der Lage hinterlasse fast in allen Ländern der EU ihre Spuren, teilten die Nürnberger GfK-Marktforscher am Dienstag mit. Vor allem Briten, Portugiesen und Griechen zeigen sich aktuell wenig konsumfreudig. Ausnahme sind lediglich Deutschland und Österreich.

Deutschland braucht die Binnennachfrage

„Die Stimmung ist insbesondere in den Mittelmeer-Anrainerstaaten sehr schlecht gegenwärtig. Das betrifft Griechenland, Italien, Spanien aber auch Portugal“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Deutschland nehme eine Art Sonderstellung ein. „Die Stimmung hier ist deutlich besser und optimistischer als in vielen anderen EU-Staaten.“

Grund dafür seien die guten Rahmenbedingungen: „steigende Beschäftigung, Rückgang der Arbeitslosigkeit, im Vergleich zu den Vorjahren deutlich bessere Einkommensentwicklungen“, betonte Bürkl. Zudem seien die Tariferhöhungen stärker als in den vergangenen Jahren.

Deutschland braucht derzeit mehr denn je eine hohe Binnennachfrage, da der Exportnation die Kunden mehr und mehr ausgehen. Das Wachstum der Euro-Zone ist im ersten Halbjahr des Jahres zum Erliegen gekommen, die Euro-Pleiteländer Griechenland, Spanien und Portugal stecken tief in der Rezession. Aber auch in den Niederlanden und in schrumpft die Wirtschaft. Zudem ist die Perspektive in den Schwellenländern wie Brasilien und Indien düster, auch China schwächelt, die USA sowieso.

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