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Wirtschaftsbericht Weltbank warnt vor globaler Finanzkrise

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Richtungsentscheid in Griechenland

Wie sich die Welt abschottet
US-Präsident Barack Obama Quelle: dpa
Ein Straßenhändler in Indien Quelle: REUTERS
Ein Bauer füttert seine Kühe Quelle: dpa/dpaweb
Abbau von Seltenen Erden in einer Mine in Ganxian Quelle: dpa
Die Christusstatue auf dem Corcovado Quelle: dapd
Mitarbeiter der Volkswagen AG im VW-Werk in Kaluga Quelle: AP
Arbeiter entladen importierten Reis von einem Schiff Quelle: REUTERS

Die Wahl am Sonntag gilt als Richtungsentscheidung über den Verbleib des Landes im Euro-Raum. Sollte Griechenland aus dem Euro austreten, könnten die europäischen Nachbarländer gegebenenfalls die Grenzen schließen und Kapitalkontrollen einführen. Das EU-Recht erlaube dies unter bestimmten Umständen, erklärte ein Sprecher der EU-Kommission. Auch eine Obergrenze für Abhebungen an griechischen Geldautomaten könnte eingeführt werden. Die EU-Behörde betonte, ein Austritt Athens aus dem Euro sei rein „spekulativ“ - das Ziel der EU-Kommission sei, dass Griechenland Mitglied im gemeinsamen Währungsgebiet bleibe.

Derweil wird Italien, das als drittgrößte Euro-Volkswirtschaft als entscheidender Dominostein in der Schuldenkrise gilt, erneut zum Unruheherd. Spätestens nachdem Österreichs Finanzministerin Maria Fekter ein Hilfsprogramm für Rom am Montagabend nicht ausschließen wollte, zittert Europa um ein Schwergewicht, das nach einhelliger Expertenmeinung zu groß für den Rettungsschirm wäre.

Einigung beim Fiskalpakt nicht in Sicht
Dass der italienische Premier Mario Monti Fekter auf die Finger klopfte, beeindruckt Investoren wenig. „Ich halte es für vollkommen unangemessen, dass eine Ministerin eines EU-Mitgliedstaates die Lage eines anderen EU-Mitgliedstaates kommentiert. Daher verzichte ich auf jegliche Kommentare“, sagte Monti am Dienstag in Rom. Die EZB mahnte erneut Haushaltsdisziplin sowie Strukturreformen für Wachstum und Beschäftigung an. Die Zentralbank sprach sich erneut für eine „Bankenunion“ in der Eurozone aus. Dazu sollten eine einheitliche Überwachung, eine Rettungseinrichtung für Großbanken und eine harmonisierte Einlagensicherung gehören.

Konjunktur



Aus Sicht der Deutschen Bundesbank ist Europa für eine Bankenunion noch nicht bereit. Ein solcher Schritt könne erst erfolgen, wenn die Eurozone sich zu einer demokratisch legitimierten Fiskalunion entwickelt habe, sagte Vorstandsmitglied Andreas Dombret. Über den Fiskalpakt ist derweil in Berlin keine rasche Einigung in Sicht. Hauptstreitpunkt zwischen Koalition und Opposition bleibt die verbindliche Einführung einer Steuer auf alle Finanzgeschäfte.

Der neue Deutsche-Bank-Chef Anshu Jain will das durch die Finanzkrise verlorene Vertrauen der Bürger in die Banken zurückgewinnen. „Die größte Herausforderung für die Bankenbranche steht uns noch bevor: Wir müssen unseren Vertrag mit der Gesellschaft erneuern. (...) Einfach gesagt: Die Banken sind in Ungnade gefallen“, sagte Jain vor dem CDU-Wirtschaftsrat bei seinem ersten großen öffentlichen Auftritt seit seiner Amtseinführung Ende Mai in einem vorab übermittelten Redemanuskript in Berlin. Es sei verständlich, dass die Menschen den Banken mit Misstrauen begegneten. „Wir müssen ihr Vertrauen zurückgewinnen.“

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