Wirtschaftsleistung China und Großbritannien ziehen an allen vorbei

Die neuen Wirtschaftsmächte kommen: Laut britischen Forschern werden die Chinesen im Jahr 2018 die Amerikaner in die Tasche gesteckt haben. Die britische Wirtschaft soll die deutsche "um 2030 herum" überholen.

Die größten Wirtschaftsmächte 2060
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat in ihrer Langfristprognose dramatische Veränderungen in der Weltwirtschaft bis 2060 prognostiziert. "Schnell wachsende Schwellenländer werden in den kommenden 50 Jahren einen immer größeren Anteil an der weltweiten Wirtschaftsleistung erbringen", heißt es dazu bei der OECD. Die alten Industrienationen werden das Nachsehen haben. Die Verschiebung in Richtung Niedriglohnländer werde dort dazu beitragen, die Lebensstandards zu verbessern. "So dürfte sich etwa das Pro-Kopf-Einkommen in den ärmsten Ländern bis 2060 vervierfachen", so die OECD. Nachfolgend die Top-Ten der Wirtschaftsnationen, wie sie die OECD für das Jahr 2060 vorhersagen. Quelle: REUTERS
Platz 10: Deutschland Quelle: dpa
Platz 9: RusslandDie einstige Weltmacht kann sich dank hoher Rohstofferträge besser halten. Dennoch würde Russland um drei Plätze im internationalen Vergleich zurückfallen und nur noch 2,3 Prozent zur Weltwirtschaftsleistung beisteuern. 2011 waren es noch 3,6 Prozent. Im Schnitt würde Russland bis 2060 noch um jährlich 1,9 Prozent wachsen. Quelle: AP
Platz 8: GroßbritannienDie Briten lägen der OECD-Prognose 2060 wieder zwei Plätze vor Deutschland, statt wie 2011 zwei Plätze dahinter. Die Insel soll dann für 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung verantwortlich sein und damit um nur einen Platz abrutschen. 2011 lag das Land mit einem Anteil von 3,5 Prozent auf Platz sieben. Das Durchschnittswachstum schätzten die Experten für die nächsten Jahrzehnte auf jährlich 2,1 Prozent. Quelle: REUTERS
Platz 7: MexicoDas Schwellenland gehört zu den Wirtschaftstigern der Zukunft und soll seine wirtschaftliche Bedeutung in der Welt in den kommenden fünf Jahrzehnten um sieben Prozent steigern und dann 2,7 Prozent zum Weltwirtschaftsprodukt beisteuern. Damit würde Mexico um vier Plätze vorrücken. Die OECD schätzt für Mexico eine jährliche Wachstumsrate von 3,0 Prozent im Durchschnitt. Quelle: dapd
Platz 6: IndonesienIndonesien wird eine regelrechte Aufholjagd starten. 2011 rangierte das Inselreich noch auf Platz 16 und hatte einen Anteil am globalen Wirtschaftsprodukt von 1,7 Prozent. Der soll mit einem jährlichen Wachstum um 4,1 Prozent auf immerhin 3,0 Prozent ansteigen. Quelle: REUTERS
Platz 5: JapanDie Japaner werden noch mehr als andere alte Industrienationen durch ihre Überalterung gebremst. 2060 wird das für Japan dennoch nur eine Verschlechterung um zwei Plätze bedeuten; der Anteil an der Weltwirtschaft bis dahin von 6,7 auf 3,2 Prozent zurückgehen. Das Durchschnittswachstum läge bis dahin laut Prognose bei 1,3 Prozent. Quelle: dpa
Brasilien Quelle: REUTERS
Platz 3: USADer erste Platz wird für die USA im Jahr 2060 wohl verloren sein. Von den zuletzt 22,7 Prozent Anteil an der Weltwirtschaftsleistung werden dann nur noch 16,3 Prozent übrig sein. Ein jährliches Wachstum von nur 2,0 Prozent wird nicht genügen, um den Spitzenplatz zu halten. Quelle: dpa
Platz 2: IndienIn fünfzig Jahren wird Indien der neue Star am Wirtschaftshimmel sein. Der Beitrag Indiens zur Weltwirtschaft wird von zuletzt 6,6 Prozent auf dann 18,2 Prozent gestiegen sein - eine Verbesserung von 176 Prozent! Auf dem Weg dorthin soll das jährliche Wachstum im Schnitt 5,1 Prozent betragen. Das Pro-Kopf-Einkommen der Inder soll sich laut Prognose sogar versiebenfachen. "Die Welt, in der unsere Kinder und Enkel leben werden, wird sich von unserer heutigen Welt fundamental unterscheiden", sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria bei der Vorlage des Berichts. Quelle: dpa
Platz 1: ChinaWenig überraschend, aber anhand der Zahl doch sehr beeindruckend: Aus China sollen 2060 27,8 Prozent der Weltwirtschaftsleistung kommen. 2011 waren es bereits 17 Prozent. Dabei unterstellt die OECD, dass die chinesische Wirtschaft im Schnitt jedes Jahr um 4,0 Prozent wächst. Vergleichen mit den Wachstumsraten der vergangenen sieben Jahren von rund zehn Prozent wäre das Sicht von Chinas Regierung sicher ein Rückschritt. China würde dennoch die einsame Spitze der Wirtschaftsmächte erklimmen und seine wirtschaftliche Bedeutung in der Welt nochmals um 63 Prozent steigern. Bereits 2016 könnten die Chinesen somit an den Amerikaner vorbeiziehen. Quelle: AP

Das britische Forschungsinstitut "Centre for Economics and Business Research" (CEBR) hat einen Blick in die Zukunft der großen Wirtschaftsnationen geworfen: Laut dem "World Economic League Table" des CEBR wird sich am Ranking der größten Volkswirtschaften der Welt in den nächsten Jahren einiges ändern. So gehen die Forscher davon aus, dass das chinesische Bruttoinlandsprodukt (BIP) das der USA im Jahr 2028 übersteigen wird. Im gleichen Jahr soll außerdem die indische Wirtschaft die der Japaner überholen.

Im Jahr 2028 sieht die Welt laut CEBR folgendermaßen aus:

  • Platz eins: China
  • Platz zwei: USA
  • Platz drei: Indien
  • Platz vier: Japan
  • Platz fünf: Brasilien
  • Platz sechs: Deutschland
  • Platz sieben: Großbritannien
  • Platz acht: Russland
  • Platz neun: Mexiko
  • Platz zehn: Kanada

Wirtschaftsausblick Deutschland

Deutschland wird seinen sechsten Platz laut den Forschern aber nur zwei Jahre lang verteidigen können. "Um das Jahr 2030 herum überholt Großbritannien Deutschland und wird zur stärksten westeuropäischen Wirtschaftsmacht", heißt es im World Economic Table des industrienahen Instituts.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Das wird ein hartes Stück Arbeit für die Briten: Im Jahr 2012 betrug deren Wirtschaftsleistung nur rund drei Viertel des deutschen Bruttoinlandsprodukt. Allerdings hat Deutschland auch 18 Millionen Einwohner mehr als Großbritannien. Sobald die Bevölkerungszahl Deutschlands abnimmt und die Großbritanniens steigt, ist eine derartige Veränderung des BIP aber durchaus denkbar. "Bis 2030 wird die Bevölkerungszahl beider Länder etwa identisch sein", sagt CEBR-Chef Douglas McWilliams gegenüber Spiegel. Da das prognostizierte Wirtschaftswachstum pro Kopf in beiden Ländern etwa gleich hoch liege, rücke Großbritannien unweigerlich immer näher an Deutschland heran.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%