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Zinspolitik in der Eurozone Bundesbankchef warnt vor verspäteter Zinswende

Nach Einschätzung von Experten wird die EZB nicht vor 2019 am Nullzins rütteln. Bundesbankchef Jens Weidmann warnt vor den Folgen. Eine Straffung wäre geldpolitisch angezeigt, sagt er dem Magazin WirtschaftsWoche.

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Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, die Notenbanken würden für die Politik in die Bresche springen, sagt der Chef der Bundesbank. Quelle: dpa

Berlin Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnt davor, eine künftige Leitzinserhöhung aus Rücksicht auf politische Entwicklungen in der Euro-Zone hinauszuzögern. „Meine Sorge ist, dass im Falle unsolider Fiskalpolitik die Geldpolitik unter Druck geraten kann, auf eine Zinsanhebung zu verzichten, obwohl eine Straffung geldpolitisch angezeigt wäre“, sagte Weidmann der „WirtschaftsWoche“ vom Donnerstag.

Der Bundesbank-Chef hatte jüngst in einer Rede in Frankfurt bereits eine ähnliche Sorge anklingen lassen: Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, die Notenbanken würden für die Politik in die Bresche springen oder die Geldpolitik würde sich an Wahlergebnissen ausrichten. Nach Einschätzung mancher Experten wird die Europäische Zentralbank (EZB) nicht vor 2019 am Nullzins rütteln.

Um die Konjunktur zu stützen und die Inflation nach oben zu treiben, pumpen die Hüter des Euro bereits seit März 2015 über den Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren Monat für Monat Milliarden in das Bankensystem. Unlängst verlängerten sie das in Deutschland umstrittene Programm um neun Monate bis Ende Dezember 2017, wodurch das Gesamtvolumen der Käufe bis Laufzeitende auf 2,28 Billionen Euro anschwillt. Einem Pressebericht zufolge stimmte Weidmann nicht zu.

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