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Zinsspekulationen Die Fed hat allen Grund zur Vorsicht

Die Ungewissheit über den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank hält an. Auf dem Treffen der internationalen Geldelite in Jackson Hole wird in den nächsten Tagen weiter gerätselt – beim gemeinsamen Fischen und Wandern. Ob das bei der Entscheidungsfindung  hilft?

Janet Yellen Quelle: AP

Wenn die Federal Reserve die Protokolle ihrer letzten Zinssitzung veröffentlicht, dann warten jedes Mal Analysten, Investoren und Ökonomen auf eine klare Botschaft über den weiteren Kurs der US-Notenbank. Die Erwartungen sind hoch, die Börsen reagieren schon vorher nervös, obwohl noch gar nichts passiert ist.

Je nachdem, was die Finanzmärkte erwarten, steigt oder fällt die US-Währung zum Euro. Dabei müssten sich die Experten, die an den Lippen der Notenbanker hängen, doch eigentlich längst daran gewöhnt haben, dass die klare Eingebung aus Washington in letzter Zeit meist ausbleibt.

In den Protokollen tun zwar die unterschiedlichen Lager innerhalb der Zentralbank ihre Meinung kund, aber ansonsten gilt, was die Chefin sagt. Und Janet Yellen will sich noch Zeit lassen mit einer Zinserhöhung und an der ultralockeren Geldpolitik festhalten.

Wer der Herrscherin über das Geld der Welt bei ihren öffentlichen Auftritten genau zugehört hat, seitdem sie Anfang des Jahres den Top-Job in Washington von ihrem Ex-Chef Ben Bernanke übernommen hat, der weiß das eigentlich. Yellen, wie auch die Mehrheit der Notenbanker im Führungsgremium der US-Zentralbank, wollen noch abwarten, bis sich die moderate konjunkturelle Erholung in den USA gefestigt hat. Und genau das ist auch diesmal die Botschaft der jüngsten Protokolle von der letzten Zinssitzung Ende Juli.

Rufe nach früherer Zinserhöhung werden lauter

Trotzdem geben natürlich die Fed-Protokolle auch von dieser jüngsten Sitzung Aufschlüsse über die geldpolitischen Diskussionen innerhalb der Notenbank. Es kommt auf die Zwischentöne an, die es zu interpretieren gilt in dem ausführlichen Pamphlet. Und die sind dieses Mal besonders interessant.

Denn es mehren sich die Stimmen innerhalb der US-Notenbank, die nach einer früheren Leitzinsanhebung rufen – also womöglich noch in diesem Jahr. Ihr Argument: Nicht nur die Wirtschaft erhole sich moderat, auch der Arbeitsmarkt entwickle sich positiv und die Inflation liege bei der von der Fed angepeilten Zwei-Prozent-Marke. Worauf also noch warten, um aus der lockeren Geldpolitik endlich auszusteigen, und die Gefahren einer möglichen Inflation riskieren sowie die Saat für Spekulationsblasen zu legen? 

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