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Zoff im Ökonomen-Lager Ist die VWL verbohrt?

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Lange schwelender Streit

Der Streit mit dem VfS schwelt schon länger. Bereits 2012 hatten Wissenschaftler in Göttingen eine Konkurrenzveranstaltung zur VfS-Tagung organisiert. Damals kam als Stargast ein Makroökonom namens Oskar Lafontaine.

Im vergangenen Jahr erhielten heterodoxe Ökonomen auf der VfS-Jahrestagung in Hamburg dann eine eigene Sitzung zum Thema Vollgeld, organisiert unter anderem vom Erfurter Ökonomieprofessor Helge Peukert. Allerdings sei das Gebotene nicht übermäßig gehaltvoll gewesen, heißt es beim VfS. Die Heterodoxen hätten ihre Chance „nicht überzeugend genutzt“, es habe intern viel Kritik an Inhalten und Methoden gegeben.

Der Verein weist den Vorwurf der wissenschaftlichen Ausgrenzung denn auch scharf zurück. In der Tat gab es im Vorfeld der Tagung mehrere – durchaus konstruktive – Gespräche zwischen Großmann und der VfS-Vorsitzenden Monika Schnitzer. Die Ankündigung einer Gegenveranstaltung hat den Verein aber überrumpelt. Ursprünglich hatte Schnitzer den Heterodoxen eine eigene Sitzung für 2016 in Aussicht gestellt.

Ob das Angebot aufrechterhalten bleibt, müsse nun im Vorstand neu diskutiert werden, heißt es beim VfS. Schnitzer: „Das Netzwerk hat keinen Alleinvertretungsanspruch auf pluralistische Ansätze“.

Die Kritiker hoffen derweil auf eine Abstimmung mit den Füßen. Die Teilnehmer der VfS-Tagung seien herzlich eingeladen, bei der Konkurrenz vorbeizuschauen – etwa bei einer Podiumsdiskussion zum Thema: „Wie plural sollte die Jahrestagung deutschsprachiger Ökonomen sein?“

Ein temporärer Überläufer steht schon fest: An der Debatte wird unter anderem Rüdiger Bachmann teilnehmen - der Nachwuchsbeauftragte des VfS.

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