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Stahlbranche IG Metall will Zeitarbeit eindämmen

Die IG Metall will in der bevorstehenden Tarifrunde für die Stahlindustrie erstmals branchenweit gleiche Löhne für Zeitarbeiter und Stammbeschäftigte durchsetzen. Das Prinzip "Gleiche Arbeit, gleiches Geld" sei ein "Kernanliegen der IG Metall", sagte der nordrhein-westfälische IG-Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard dem Handelsblatt.

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Die Gewerkschaft will der Zeitarbeit einen kleinen Riegel vorschieben. Quelle: ap

HB BERLIN. "Jetzt ist es an der Zeit, dieses Thema konkret anzupacken - und in der Stahlindustrie haben wir die Organisationsmacht, um das auch durchzusetzen", sagte Burkhard, der auf Verhandlungsführer für die Stahlindustrie ist. Die Tarifkommission der IG Metall will am Freitag ihr Forderungspaket für die 85.000 Beschäftigen der Branche offiziell beschließen. Die Verhandlungen starten am 6. September.

Die geplante Zeitarbeiter-Regelung wäre eine tarifpolitische Premiere: Sie würde erstmals sämtliche Firmen einer Branche verpflichten, ihren Leihkräften eine über bestehende Zeitarbeiter-Tarifverträge hinausgehende Entlohnung zu garantieren. "Wir wollen damit ein starkes Signal setzen, das durchaus auch über Branchengrenzen hinaus wirken soll", sagte Burkhard. Auch die Unternehmen der benachbarten Metall- und Elektroindustrie müssten wissen, dass die IG Metall eine Lohnkonkurrenz zulasten von Stammbeschäftigten nicht auf Dauer tolerieren werde.

Scharfe Kritik an der neuen Strategie der IG Metall übte die Zeitarbeitsbranche. "Das wäre schlicht ein Vertrag zulasten Dritter", sagte Thomas Bäumer, Tarifverhandlungsführer des Bundesverbands Zeitarbeit (BZA), dem Handelsblatt. "Die Zeitarbeit ist eine eigenständige Branche, die sich tarifpolitisch in keiner Weise verstecken muss." Es sei nicht nachvollziehbar, wenn die IG Metall nun Tarifverträge für die Zeitarbeitsbranche torpediere, die sie zusammen mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) selbst mit beschlossen habe.

Die neue Lohnforderung für die Stahl-Beschäftigten solle in einem Bereich zwischen den Forderungen der vergangenen beiden Tarifrunden liegen, bekräftigte IG-Metall-Bezirksleiter Burkhard. Im Krisenjahr 2009 hatte sie eine Erhöhung von 4,5 Prozent gefordert und einen Abschluss von zwei Prozent erreicht. Im Boomjahr 2008 hatte sie acht Prozent gefordert und 5,2 Prozent durchgesetzt. Auf das gelungene Krisenmanagement müsse in der Stahlindustrie nun ein erfolgreiches "Aufschwungmanagement" im Sinne der Beschäftigten folgen, sagte Burkhard.

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