Preisentwicklung Erzeugerpreise im Euro-Raum steigen in Rekordtempo

Angetrieben durch die hohen Energiekosten steigen auch die Erzeugerpreise rasant an. Eine baldige Trendumkehr ist nicht in Sicht – im Gegenteil.

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Das Aus der Pipeline aufgrund des Ukrainekrieges ist ein Treiber der steigenden Energiepreise in Europa. Quelle: dpa

Die Preise der Hersteller in der Euro-Zone steigen im Zuge der Kostenexplosion im Energiesektor sprunghaft an. Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte legten im Januar um den Rekordwert von 30,6 Prozent zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit 27,0 Prozent gerechnet.

Allein bei Energie gab es nun einen massiven Anstieg von 85,6 Prozent. Klammert man diesen Bereich aus, zogen die Erzeugerpreise insgesamt um 11,7 Prozent an.

Die Produzentenpreise gelten als Frühindikator für die Entwicklung der Inflation. In der Statistik werden die Preise ab Fabriktor geführt also bevor die Produkte weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen. Sie können damit einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Verbraucherpreise geben.

Die Inflation ist im Euro-Raum derzeit auf dem Vormarsch und weit über die Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent hinausgeschossen. Angetrieben von hohen Kosten für Öl und Gas kletterten die Verbraucherpreise im Februar binnen Jahresfrist um 5,8 Prozent der höchste Wert seit Beginn der Währungsunion.

Als Folge der russischen Invasion der Ukraine dürfte der Preisauftrieb laut der EZB weiter befeuert werden.

Zugleich gibt es allerdings auch gute Nachrichten für die nächste Woche zu ihrer Zinssitzung zusammenkommende Europäische Zentralbank vom Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote fiel in der Euro-Zone zu Jahresbeginn auf das Rekordtief von 6,8 Prozent. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem Wert von 6,9 Prozent gerechnet, nach 7,0 Prozent im Dezember.

Laut Eurostat waren in der Eurozone im Januar 11,225 Millionen Bürger arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Dezember verringerte sich die Zahl demnach um 214.000.

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