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Preissteigerung Höchster Stand seit Berechnung des Index: Preise der Service-Branche steigen

Gestörte Lieferketten, Kapazitätsengpässe, lange Entladezeiten: Die Coronakrise belastet die deutsche Wirtschaft weiterhin. Insbesondere verteuert sich der Verkehr.

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Die Schifffahrt verteuerte sich. Quelle: dpa

Die Coronakrise treibt die Preise der Service-Branche in Deutschland auf den höchsten Stand seit mindestens sechs Jahren und verteuert vor allem den Verkehr. Die Erzeugerpreise für Dienstleistungen lagen im zweiten Quartal 2021 um 7,2 Prozent höher als vor Jahresfrist und 3,3 Prozent höher als Anfang 2021, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.

Dies ist der höchste Wert seit Berechnung des Gesamtindex 2015. Stark stiegen die Preise in der See- und Küstenschifffahrt – sie verdoppelten sich auf Jahressicht. Grund seien die schnelle Erholung des chinesischen Produktionssektors, die coronabedingt längeren Entladezeiten bei Schiffen sowie der Stau leerer Container in den Häfen.

Dies habe zu Kapazitätsengpässen geführt. Wegen der Blockade des Suezkanals durch das havarierte Containerschiff „Ever Given“ im März kam es zu Verzögerungen auf Handelsrouten. Ferner stiegen Frachtraten vor allem bei Exporten aus China nach Europa deutlich.

In der Luftfahrt liegen die Preise weiter auf hohem Niveau, zogen mit 3,1 Prozent auf Jahressicht aber schwächer an als in den Vorquartalen. Zum Anfang 2021 ging es nur leicht um 1,0 Prozent nach oben.

Zuletzt hatten die pandemiebedingten Einschränkungen im Flugverkehr und der dadurch reduzierte Frachtraum die Preise stark steigen lassen. Die angespannte Lage in der Seefahrt schlägt sich auch deutlich im Preisgefüge der Speditionsdienstleister nieder. Hier lagen die Preise im Frühjahr gut elf Prozent über dem Vorjahr.

Relativ hohe Preissteigerungen gab es bei den Erzeugerpreisen für Telekommunikationsleistungen mit 3,7 Prozent. Bei Festnetz und Internet lagen die Preise um 5,8 Prozent über dem Vorjahresniveau, vor allem wegen einer Erhöhung der Grundtarife – auch bei Bestandskunden. Beim Mobilfunk hingegen sanken die Preise um 0,2 Prozent. IT-Dienstleistungen verteuerten sich kaum - nur um 0,1 bis 0,6 Prozent.

Mehr: Das Tempo der Inflation geht zurück, die Lage aber bleibt gefährlich. Kolumne – „Globale Trends“

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