Prognose Notenbanker: Keine Rezession in Europa trotz Ukraine-Krieg

Auch die Preise dürften auf Dauer nicht so stark steigen wie aktuell, meint EZB-Ratsmitglied Francois Villeroy de Galhau. Die Inflation würde auf zwei Prozent zurückgehen.

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Die Ökonomen der Europäischen Zentralbank hatten ihre Wachstumsprognosen gesenkt und ihre Inflationsvorhersagen angehoben. Quelle: Reuters

Trotz des Ukrainekrieges rechnet EZB-Ratsmitglied Francois Villeroy de Galhau nicht mit einem Konjunktureinbruch in Europa. „Das Wachstum bleibt positiv, es gibt keine Rezession“, sagte der französische Notenbankchef am Freitag dem Sender „BFM Business Radio“. Allerdings werde es „Auswirkungen“ auf die Konjunktur geben. Auch dürften die Preise nicht auf Dauer so stark steigen wie aktuell. „Die Inflation in Europa sollte wieder auf etwa zwei Prozent zurückgehen“, sagte der Währungshüter.

Die Ökonomen der Europäischen Zentralbank (EZB) hatten am Donnerstag ihre Wachstumsprognosen gesenkt und ihre Inflationsvorhersagen zugleich angehoben. „Der Russland-Ukraine-Krieg wird durch höhere Energie- und Rohstoffpreise, die Unterbrechung des internationalen Handels und ein schwächeres Vertrauen erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaftstätigkeit und die Inflation haben“, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

Angesichts rasant steigender Preise bereitet die EZB zwei Wochen nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine den Boden für eine Zinswende. Sie will ihre milliardenschweren Anleihenkäufe schneller zurückfahren und im Sommer ganz auslaufen lassen, wenn es der Inflationsausblick erlauben sollte. Dies bedeutet allerdings nicht, dass eine Zinserhöhung auf dem Fuß folgen muss.

Die EZB verschaffte sich in dieser Frage mehr Spielraum und erklärte, die Wende stehe erst „einige Zeit nach dem Ende“ der Käufe an. Das könnte „eine Woche oder auch Monate“ bedeuten, sagte EZB Lagarde.

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