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Quartalsbericht Credit Suisse steigert Gewinn stärker als erwartet

Der Gewinn vor Steuern steigt im Vergleich zum Vorjahr um 70 Prozent. Für das laufende Quartal bremst Bank-Chef Thiam allerdings die Erwartungen.

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Der Hauptsitz in Zürich Quelle: Reuters

Die Schweizer Credit Suisse hat den Gewinn im dritten Quartal mehr als verdoppelt und die Markterwartungen damit übertroffen. Steigende Erträge in der Vermögensverwaltung, rückläufige Altlasten und ein Gewinn aus dem Verkauf einer Fondsplattform bescherten der zweitgrößten Bank des Landes einen Gewinnsprung auf 881 Millionen Franken. Das ist das beste Ergebnis in einem dritten Quartal seit Beginn des Konzernumbaus 2015. Diese Entwicklung ist Wasser auf die Mühlen von Konzernchef Tidjane Thiam, der das schwankungsanfällige Investmentbanking zu Gunsten der krisensichereren Vermögensverwaltung eingedampft und gleichzeitig die Kosten gedrückt hat. "Wir sind überzeugt, dass wir gut positioniert sind, um weiterhin profitables Wachstum zu erzielen", erklärte der Manager.

Credit Suisse steigerte die verwalteten Vermögen auf den Rekordwert von 1,5 Billionen Franken. In den ersten neun Monaten des Jahres sammelte die Bank bei vermögenden Privatkunden 25 Milliarden Franken Neugeld ein. Dies entspricht einer Wachstumsrate von vier Prozent. Damit schnitt das Institut besser ab als Erzrivale UBS. Zugleich erholte sich die Wertpapierhandels-Sparte von einem schwachen Vorjahresquartal. Vor allem die Erträge im Anleihenhandel legten kräftig zu. Dagegen fuhr die Bank im Kapitalmarkt-Beratungsgeschäft einen Verlust ein, weil Credit Suisse mit Börsengängen und Übernahmen weniger verdiente.

Trotz des guten Quartals ist ungewiss, ob die Bank das Gewinnziel für das laufende Jahr erreichen wird. Für 2019 peilte Credit Suisse eine Eigenkapitalrendite von zehn bis elf Prozent an. Dies entspricht einem Gewinn von mindestens 3,7 Milliarden Franken. In den ersten neun Monaten kam die Bank auf neun Prozent. Ein Sprecher erklärte, das Ziel gelte weiterhin. Mit viel Rückenwind von den Märkten kann die Bank vorerst nicht rechnen. Wegen der anhaltenden Unsicherheiten infolge des Handelskriegs zwischen China und den USA sowie der Brexit-Saga bremste Bank-Chef Tidjane Thiam allerdings die Erwartungen zum laufenden Quartal. Dies werde bei Investoren zu einer größeren Vorsicht sorgen.

Auch bei UBS scheint das Ziel einer harten Kernkapitalrendite von rund 15 Prozent im laufenden Jahr außer Reichweite. Und Europas größtes Geldhaus, HSBC, kappte seine Prognosen für das kommende Jahr kürzlich.

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