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Quartalsergebnisse der Großbanken US-Rivalen hängen Barclays und Deutsche Bank im ersten Quartal ab

Die europäischen Banken kommen den US-Konkurrenten in den ersten drei Monaten nicht hinterher. Einen Lichtblick gibt es aber.

Der Abstand europäischer Banken zur US-Konkurrenz dürfte groß bleiben, sagen Analysten. Quelle: dpa

Frankfurt/Londonie größten US-Banken haben dank ihrer Aktienhandelssparten für das erste Quartal Rekordgewinne berichtet. Investoren, die das auch von den europäischen Instituten erwarten, könnten enttäuscht sein.

Die Aktienerträge der größten US-Banken stiegen um fast ein Drittel, nachdem volatile Märkte zu reger Kunden-Handelsaktivität bei Häusern wie JPMorgan Chase und Citigroup führten. Im Gegensatz dazu dürften Deutsche Bank, Credit Suisse und Barclays Rückgänge oder niedrige einstellige Steigerungen melden, da sie sich schwertun, es mit ihren Konkurrenten aufzunehmen und mit einem sinkenden US-Dollar zu kämpfen haben, sagten Analysten.

Die Chefs der größten europäischen Banken setzten einige Hoffnungen in ihre Aktienhandelsabteilungen, als sie vor einigen Jahren mit kostspieligen Umstrukturierungen begannen. Stattdessen haben sie angesichts interner Dysfunktionen und umfassender neuer Regeln Marktanteile an US-Rivalen verloren. Ein weiteres schwaches Quartal könnte den Druck auf angeschlagene Führungskräfte, einschließlich Jes Staley von Barclays, verstärken sowie den Einsatz für den neuen Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing erhöhen, wenn er den künftigen Kurs für Europas größte Investmentbank festlegt.

US-Investmentbanken werden „weiterhin besser abschneiden als die Europäer, was die Lücke beim Ertragsmarktanteil vergrößern wird“, schrieb JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein in einer Notiz vom 19. April. „Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend bis 2018 fortsetzen wird, insbesondere im Aktienhandel.“

Sechs der größten europäischen Banken könnten die Aktienhandelserträge in lokaler Währung um fünf Prozent steigern, schrieb Abouhossein, während sich das Plus bei den fünf größten US-Banken auf 32 Prozent belief. Die Amerikaner, einschließlich Citigroup, Goldman Sachs und Morgan Stanley, berichteten zum ersten Mal einen Gesamtgewinn von mehr als 30 Milliarden Dollar für den Zeitraum.

Analysten erwarten nicht, dass die europäischen Banken auch anderswo viel besser abschneiden. Die Erträge aus dem Handel mit festverzinslichen Wertpapieren könnten in lokaler Währung um sechs Prozent sinken, und damit stärker als der Rückgang von einem Prozent bei den US-Instituten, während die Provisionen aus der Kundenberatung um 13 Prozent niedriger ausfallen könnten – mehr als das Dreifache des Rückgangs, der von ihren Konkurrenten auf der anderen Seite des Atlantiks ausgewiesen wurde, schrieb Abouhossein.

Europäische Banken, die in den USA Geschäfte tätigen, werden ebenfalls von der Entwicklung des Dollars betroffen sein, der seit dem ersten Quartal 2017 gegenüber den wichtigsten Währungen gefallen ist, schreiben Analysten. Der Greenback ist in dem Zeitraum fast 14 Prozent gegenüber dem Euro abgesackt, z Prozent gegenüber dem britischen Pfund und etwa 5 Prozent gegenüber dem Schweizer Franken angesichts von Spekulationen, dass andere Zentralbanken der Federal Reserve bei der Rücknahme der Stimuli-Programme folgen könnten.

Auch werden Kunden aufgrund der überarbeiteten Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (Mifid II) selektiver und machen möglicherweise mehr Geschäft mit den Banken, die bereits im Aktienbereich dominieren, wie Morgan-Stanley-Analysten um Magdalena Stoklosa in einer Notiz vom 17. April schrieben.

Die in Zürich ansässige UBS, die einen Großteil ihrer Handelserträge mit Aktien erzielt, sei eine der wenigen europäischen Banken, die keine Marktanteile an US-Banken verliert, schrieben sie. Die von Andrea Orcel geführte Investmentbank der UBS erzielte im ersten Quartal einen Vorsteuergewinn von 589 Millionen Franken, was über den von der Bank zusammengestellten Analysten-Schätzungen von 463 Millionen lag, wie die in Zurüch ansässige UBS am Montag mitteilte.

Angeschoben wurden die Erträge vom Aktienhandel sowie der Fusionsberatung, IPOs und Anleiheemissionen. Ohne Währungseffekte wäre das Ergebnis noch stärker ausgefallen.

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