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Quartalszahlen Gewinn von HSBC bricht ein – Aktie fällt auf tiefsten Stand seit Monaten

Mit weniger Gewinn haben Analysten gerechnet, aber nicht in diesem Ausmaß: Der Vorsteuergewinn der Großbank HSBC ist um 18 Prozent eingebrochen. Vorstandschef Quinn muss sparen.

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Der Handelskonflikt zwischen den USA und China, die Unruhen in Hongkong und das Brexit-Chaos bringen die britische Großbank HSBC ins Schlingern. Europas größtes Geldhaus, das den Großteil seiner Einnahmen in Asien erwirtschaftet, hat im vergangenen Quartal deutlich weniger verdient als erwartet und kappte seine Prognosen für das kommende Jahr.

Interims-Vorstandschef Noel Quinn kündigte weitere Sparmaßnahmen an. „Unsere bisherigen Pläne reichen nicht mehr aus, um das Geschäft auf Vordermann zu bringen“, sagte er an diesem Montag. Die HSBC-Aktien gehörten an der Börse in London zu den größten Verlierern. Sie fielen um bis zu 4,3 Prozent auf ein Zwei-Monats-Tief von 590 Pence und steuerten auf den größten Tagesverlust seit rund zweieinhalb Jahren zu.

Im dritten Quartal brach der Vorsteuergewinn um 18 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar ein. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 5,3 Milliarden Dollar gerechnet. Die Bank geht außerdem davon aus, ihre bisher in Aussicht gestellte Eigenkapitalrendite von elf Prozent bis 2020 nicht mehr zu erreichen. „Alles in allem sind das ziemlich schwache Zahlen“, sagte Edward Firth, Analyst beim Brokerhaus KBW. „Die gute Nachricht daran ist aber, dass das Management jetzt endlich Maßnahmen ergreift, auf die schon lange gewartet wurden.“

Quinn nahm sich unter anderem vor, das schon seit Jahren schwächelnde US-Geschäft zu restrukturieren, das von Januar bis September einen Verlust von 189 Millionen Dollar angehäuft hat. Einen kompletten Rückzug aus den USA wie ihn Analysten teils forderten schloss Quinn jedoch aus. Eine große Baustelle für den 57-Jährigen ist auch das Investmentbanking, dessen Gewinne seit Jahresbeginn um gut ein Fünftel eingebrochen sind.

Noch unklar, ob weitere Stellen gestrichen werden

Auch bei vielen anderen europäischen Geldhäusern wie etwa der Deutschen Bank und bei den Schweizer Instituten UBS und Credit Suisse schwächelt das Geschäft. Vor allem im Anleihegeschäft, in dem die Deutsche Bank ebenfalls stark vertreten ist, lief es bei HSBC nicht rund. US-Rivalen wie Goldman Sachs und JPMorgan hatten in der Sparte im vergangenen Quartal dagegen deutliche Zuwächse erzielt.

Quinn will nun noch mehr sparen und die relativ komplexe Managementstruktur der Bank vereinfachen. „In der gesamten Bank gibt es Spielraum, um Rollen neu zu definieren, zu vereinfachen und Doppelstrukturen zu reduzieren“, sagte er. Solche Maßnahmen dürften allerdings dazu führen, dass die Kosten zunächst weiter stiegen.

Unklar blieb, ob es zu einem Abbau von weiteren tausenden Arbeitsplätzen kommen wird, wie die Zeitung „Financial Times“ Anfang Oktober berichtet hatte. Im August hatte die HSBC den Abbau von rund zwei Prozent der Jobs oder 4000 Arbeitsplätzen in diesem Jahr angekündigt. Weltweit beschäftigt das Geldhaus rund 240.000 Menschen.

Quinn hatte das Ruder bei HSBC im Sommer übergangsweise von John Flint übernommen, der nach nur 18 Monaten im Amt gehen musste. Diesem wurde vorgeworfen, die Bank nicht schnell genug auf die Eintrübung der Geschäftsaussichten vorbereitet zu haben.

Quinn macht keinen Hehl daraus, den Chefposten bei der HSBC permanent übernehmen zu wollen. (Reporter: Sumeet Chatterjee und Lawrence White, bearbeitet von Patricia Uhlig und Hakan Ersen, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern 069-7565 1236 oder 030-2888 516

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