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Quartalszahlen Gewinn von UniCredit fällt weniger stark als befürchtet

Die Großbank verdiente zwar 42 Prozent weniger, Analysten hatten aber mit einem noch stärkeren Gewinneinbruch gerechnet. Die Aktien legten zu.

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In den Sommermonaten lief das Handelsgeschäft bei der Großbank wie bei Konkurrenten in anderen Ländern Europas und den USA gut. Quelle: dpa

Die italienische Großbank UniCredit hat sich im dritten Quartal besser geschlagen als erwartet. Unter dem Strich verdienten die Italiener mit 680 Millionen Euro zwar 42 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie die Mutter der deutschen HypoVereinsbank (HVB) am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten aber mit einem noch stärkeren Gewinneinbruch gerechnet. Die Anleger freute das, die Aktien legten an der Börse in Mailand mehr als ein Prozent zu.

UniCredit profitiere von dem Konzernumbau der vergangenen Monate und sei gut gerüstet, den Kunden in der zweiten Welle der Corona-Pandemie zur Seite zu stehen, sagte Bankchef Jean Pierre Mustier. Das Geldhaus sei auf gutem Weg, seine Ziele für den bereinigten Nettogewinn von mehr als 0,8 Milliarden Euro in diesem Jahr und zwischen 3,0 und 3,5 Milliarden Euro im Jahr 2021 zu erzielen.

Auch die Rivalin Intesa Sanpaolo verdiente im Sommerquartal mehr als erwartet, was aber vor allem an dem Zusammenschluss mit UBI Banca lag. Seit der Übernahme ist Intesa vor UniCredit die größte Bank Italiens.

Mustier hatte das Ruder bei UniCredit Mitte 2016 übernommen und baut die Bank seither radikal um. Er strich Tausende Jobs und schloss zahlreiche Filialen. Eine Fusion mit einem Rivalen strebt er aber nicht an, wie er immer wieder betont. Sein Haus werde sich zunächst auf den eigenen Umbau fokussieren. In der Vergangenheit gab es immer wieder Spekulationen, UniCredit sei an der Commerzbank interessiert.

In den Sommermonaten lief das Handelsgeschäft bei der UniCredit wie bei Konkurrenten in anderen Ländern Europas und den USA gut. Kunden hatten wegen der Corona-Krise mehr Bedarf an Beratungen und Finanzierungen, zudem platzierten sie mehr Anleihen und es gab mehr Börsengänge als zu Beginn des Jahres.

Die Erträge in der Handelssparte legten um zehn Prozent auf 455 Millionen Euro zu. Konzernweit gingen sie aber um 7,4 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro zurück, was vor allem an den gesunkenen Zinserträgen lag. Dagegen fiel die Risikovorsorge für faule Kredite mit 741 Millionen Euro geringer aus als erwartet.

In Deutschland fiel der Nettogewinn um knapp 70 Prozent auf 50 Millionen Euro. Zins- und Provisionseinnahmen gingen zurück, gleichzeitig zogen die Kosten leicht an.

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