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Quartalszahlen Münchener Rück macht trotz Flut- und Hurrikan-Kosten Gewinn

Unter anderem aufgrund sehr guter Erträge aus Kapitalanlagen fiel das Ergebnis des weltgrößten Rückversicherers im dritten Quartal wohl deutlich besser aus als erwartet.

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Der weltgrößte Rückversicherer wird die Gewinnprognose für 2021 von 2,8 Milliarden Euro wohl einhalten können. Quelle: dpa

Die hohen Schäden durch Sturmtief Bernd belasten die Bilanz der Munich Re. Der weltgrößte Rückversicherer geht von Zahlungen von rund 600 Millionen Euro aus, die den Schaden und Unfallbereich der Rückversicherung sowie das Erstversicherungsgeschäft der Tochter Ergo betreffen. Hinzu kommen Schäden aus dem Hurrikan Ida in den USA in Höhe von 1,2 Milliarden Euro. Im dritten Quartal rechnet der Konzern deswegen nur noch mit einem vorläufigen Ergebnis von 400 Millionen Euro. Das teilte die Munich Re am Dienstagnachmittag mit.

Bereits bei der Präsentation der Zahlen für das erste Halbjahr Anfang August hatte Konzernchef Joachim Wenning gesagt, dass die Munich Re mit Belastungen aus der Flutkatastrophe in Deutschland mit einem Betrag im mittleren dreistelligen Millionenbetrag rechne. Präzise Aussagen waren dazu zu diesem Zeitpunkt, an dem vielerorts noch die Aufräumarbeiten liefen, jedoch nicht möglich.

Inzwischen zeichnet sich jedoch ab, dass die Schätzungen vor zwei Monaten nach oben revidiert werden müssen. Michael Pickel, Chef des Wettbewerbers E+S Rück, sagte erst am Montag, dass die Gesamtschäden für die deutschen Versicherer am oberen Ende der Spanne von acht bis zehn Milliarden Euro liegen dürften. Schon davor stand fest, dass die verheerende Sturzflut vom Juli, die vor allem Regionen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen getroffen hatten, die schadenträchtigste Naturkatastrophe aller Zeiten in Deutschland werden würde.

Erwartungen der Analysten übertroffen

Trotz der hohen Belastungen geht das Management der Munich Re weiter davon aus, dass das anvisierte Nettoergebnis von 2,8 Milliarden Euro für dieses Jahr erreicht werden kann. Nach sechs Monaten standen an dieser Stelle bereits 1,7 Milliarden Euro, mit den 400 Millionen Euro aus dem dritten Quartal sind es nun 2,1 Milliarden Euro.

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    Dass trotz der hohen Belastungen noch ein Ergebnis von 400 Millionen Euro in den Monaten von Juli bis September erreicht wurden, liegt vor allem an der erfreulichen Entwicklung der anderen Bereiche, einem starken Kapitalanlageergebnis sowie Währungsgewinnen. 15 Finanzanalysten hatten im Schnitt mit einem leichten Verlust von zehn Millionen Euro im dritten Quartal gerechnet.

    Generell zählen die Monate von Juli bis September zu den schadenträchtigsten für die Branche. In den USA und im Golf von Mexiko erreicht die Hurrikan-Saison dann ihren Höhepunkt. In den vergangenen Jahren kamen zudem schwere Taifune in Asien hinzu, die zu hohen Schadenzahlungen führten. Aber auch die schweren Schäden in Deutschland durch heftige Unwetter sind nicht ungewöhnlich. Ähnliche Wetterphänomene gab es bereits im Jahr 2002. Da lagen die versicherten Gesamtschäden bei rund 4,5 Milliarden Euro, das Juni-Hochwasser des Jahres 2013 kostete die Branche 2,1 Milliarden Euro.

    Neben den hohen Unwetterschäden wirkte sich im dritten Quartal auch die Corona-Pandemie auf die Bilanz der Munich Re aus. Im Segment Rückversicherung Leben/Kranken wird nun das anvisierte versicherungstechnische Ergebnis von 400 Millionen Euro nicht erreicht. Finanzchef Christoph Jurecka hatte bereits bei der Präsentation der Q2-Zahlen mögliche Belastungen angedeutet.
    Mit einem Plus von rund 2,5 Prozent war die Aktie der Munich Re am Dienstagnachmittag der größte Gewinner im Dax. Die Börsianer lobten das Festhalten an der Jahresprognose trotz der hohen Schäden. Seine endgültigen Zahlen will der Konzern am 9. November präsentieren.

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