Rekordausstoß Ölriese BP verdoppelt den Gewinn

BP hat im vergangenen Jahr so viel Öl und Gas produziert wie nie zuvor. Das lässt den Gewinn auf 6,2 Milliarden Dollar steigen.

BP: Ölriese verdoppelt dank Rekordausstoß den Gewinn Quelle: Reuters

LondonEin Rekordausstoß bei Öl und Gas hat BP im abgelaufenen Jahr die Kassen gefüllt. Unter dem Strich lag der Gewinn mit 6,2 Milliarden Dollar mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr. „2017 war eines der stärksten Jahre in der jüngeren Geschichte von BP“, betonte Konzernchef Bob Dudley am Dienstag und zeigte sich zuversichtlich, weitere Zuwächse zu erzielen.

Die Erschließung sieben neuer Öl- und Gasfelder trieb die Produktion im vergangenen Jahr um zwölf Prozent auf 2,47 Million Barrel pro Tag (bpd). Fünf weitere Projekte sollen in diesem Jahr folgen.

Damit lässt der Ölriese die schwierigen Jahre mit einem Preisverfall am Ölmarkt und der Katastrophe um die Bohrinsel Deepwater Horizon mit Kosten von rund 65 Milliarden Dollar langsam hinter sich. Als erster großer europäischer Ölkonzern hatte BP nach dem dreijährigen Abwärtstrend auch Aktienrückkäufen wieder aufgenommen. In einem schwachen Marktumfeld notierten BP-Aktien am Vormittag rund ein Prozent niedriger.

BP profitierte dabei – wie andere Unternehmen aus der Branche – vom gestiegenen Ölpreis. Derzeit kostet ein Barrel Öl (159 Liter) der US-Sorte WTI rund 65 Dollar, für ein Barrel Nordsee-Öl werden etwas über 68 Dollar verlangt. Damit nähern sich die Preise wieder der 70-Dollar-Marke, die sie seit Jahren nicht mehr erreicht hatten.

Vor allem 2014 war ein hartes Jahr für die Energiekonzerne: Der Ölpreis fiel in den Keller. Die Unternehmen hatten notgedrungen harte Einschnitte vornehmen müssen. Tausende Mitarbeiter bei BP, Shell oder Exxon Mobil mussten im Zuge radikaler Sparmaßnahmen gehen, die Unternehmen verkauften große Teile ihres Geschäfts, um auch bei einem Ölpreis von 50 Dollar pro Barrel über die Runden zu kommen. Doch diese Zeiten sind nun vorbei. Und die Unternehmen profitieren von den harten Sparmaßnahmen.

Dabei sind die Zeiten, in denen Öl keine Rolle mehr als Energielieferant spielen wird, nach Einschätzung von Beobachtern noch lange nicht gekommen. Die Internationale Energieagentur IEA erwartet sogar, dass die Nachfrage nach Öl bis nach 2040 sogar noch um zehn Prozent steigen wird.

Der britische Energieriese BP legt als einer der letzten Unternehmen aus der Branche seine Ergebnisse vor. Die Investoren hatten den Zahlen mit gemischten Gefühlen entgegen gesehen. Schließlich hatte Konkurrent Royal Dutch Shell mit seinen Ergebnissen in der vergangenen Woche unerwartet gut abgeschnitten – die Quartalsberichte der US-Rivalen Exxon Mobil und Chevron hingegen hatten kurz darauf für Enttäuschung gesorgt.

Besonders die Produktion im vierten Quartal der US-Unternehmen war geringer als von Experten erwartet, zudem mussten sie mehr investieren. Dass sich die von Präsident Donald Trump durchgesetzte Steuerreform auf die Ergebnisse des Ölmultis auswirken werde, war hingegen keine Überraschung, das hatte BP bereits angekündigt.

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