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Risikodarlehen Rekordhoch fauler Kredite in Indien

Nach Angaben von Indiens Nationalbank ist die Zahl von Risikodarlehen auf ein Rekordhoch gestiegen. Darunter leiden Unternehmen, Banken und Wirtschaft. Und auch Politiker könnten die Konsequenzen zu spüren bekommen.

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Die faulen Kredite schaden der Wirtschaft und dem Einzelnen. Das könnte auch Indiens Ministerpräsidenten Narendra Modi zum Verhängnis werden, der sich in zwei Jahren zur Wiederwahl stellen will. Quelle: Reuters

Mumbai Indiens Banken ächzen unter faulen Krediten in Rekordhöhe. Im ersten Halbjahr stieg das Volumen dieser Risikodarlehen in der drittgrößten Volkswirtschaft Asiens um 4,5 Prozent auf die neue Höchstmarke von umgerechnet rund 123 Milliarden Euro, wie aus noch unveröffentlichten Daten hervorgeht, die Reuters auf Anfrage von der Zentralbank erhalten hat.

Damit kommt die Regierung von Ministerpräsident Narendra Modi bei der Lösung dieses Problems offenbar nicht voran. Zwar verlangsamte sich der Anstieg von einem Zuwachs von 5,8 Prozent in den sechs Monaten zuvor. Doch legte der Anteil der faulen Kredite am Gesamtvolumen der Darlehen Ende Juni auf 12,6 Prozent und damit den höchsten Stand seit 15 Jahren zu.

Die Entwicklung nagt an den Gewinn den Banken und dämpft die Vergabe neuer Kredite vor allem an kleinere Firmen. Dies erschwert die Versuche der Regierung, die abkühlende Konjunktur anzukurbeln. Die Wirtschaft war im zweiten Quartal mit 5,7 Prozent so langsam gewachsen wie seit drei Jahren nicht mehr.

Auch weil deswegen mehr Schuldner in die Pleite rutschen, müssen die Geldhäuser ihre Rückstellungen erhöhen. Dies setzt Modi unter Druck, der sich 2019 der Wiederwahl stellen will. Er hat versprochen, bis dahin Millionen neue Jobs zu schaffen.

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