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Risikovorsorge Chinesische Banken leiden unter Coronakrise – Gewinne sinken

Insgesamt verzeichnen die Geschäftsbanken nach Angaben der Aufsichtsbehörde einen Rückgang des Nettogewinns im ersten Halbjahr um 9,4 Prozent.

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ICBC, CCB & Co.: Chinas Banken leiden unter der Coronakrise Quelle: Reuters

Die Corona-Pandemie reißt tiefe Löcher in die Bilanzen der chinesischen Banken. Wegen drohender Kreditausfälle in Folge der Wirtschaftskrise mussten sie ihre Risikovorsorge stark erhöhen. Bei den fünf größten Geldhäusern des Landes gingen die Gewinne so stark zurück wie seit mindestens einem Jahrzehnt nicht mehr. Das Coronavirus war Ende 2019 erstmals in der chinesischen Stadt Wuhan aufgetreten. Monatelang stand in der Handelsstadt und in anderen Metropolen das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben still.

Chinas oberste Bankenaufsichtsbehörde hatte die staatlichen Kreditgeber aufgefordert, notleidende Kredite in ihren Bilanzen vollständig anzuerkennen und die Risikovorsorge entsprechend zu erhöhen. Insgesamt verzeichneten die Geschäftsbanken nach Angaben der Aufsichtsbehörde einen Rückgang des Nettogewinns im ersten Halbjahr um 9,4 Prozent auf umgerechnet 122 Milliarden Euro. „Der Druck auf die Gewinne der Banken wird in absehbarer Zukunft weiter hoch sein“, sagte Analyst Wang Yifeng vom Brokerhaus Everbright Securities. Auch im dritten Quartal sei mit hohen Risikovorsorgen zu rechnen.

Das Ergebnis der größten chinesischen Bank Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) brach von Januar bis Juni um elf Prozent auf 148 Milliarden Yuan (18 Milliarden Euro) ein, wie das Institut am Sonntag mitteilte. Es war der stärkste Rückgang in einem Halbjahr seit dem Börsengang 2006. Die China Construction Bank (CCB), zweitgrößtes Geldhaus der Volksrepublik, verdiente mit 137 Milliarden Yuan (16 Milliarden Euro) gut zehn Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2019. Auch hier war es der stärkste Rückgang seit 15 Jahren.

Besonders schwer tun sich derzeit die kleineren Firmen in China. Von ihnen klagten mehr als die Hälfte über eine geringe Nachfrage, während gut 40 Prozent von finanziellen Belastungen sprachen, wie das Statistikamt am Montag unter Berufung auf seine monatliche Umfrage unter Unternehmen mitteilte. Ökonomen rechnen damit, dass die Nachfrage aus dem Ausland noch länger schwach bleiben wird. Doch trotz der Wirtschaftskrise in Folge der Pandemie hat die Volkswirtschaft in China keinen so starken Einbruch verzeichnet wie in Deutschland, den USA und anderen Ländern.

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