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Rückversicherer Hannover Rück steigert Prämienerlöse – Flutschäden bis zu 250 Millionen Euro

Der Rückversicherer bestätigt seine Prognose für das laufende Jahr. Gleichwohl macht sich neben den Flutschäden auch die Corona-Pandemie weiter bemerkbar.

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Die pandemiebedingten Todesfälle in den USA, Südafrika und Lateinamerika machen sich bemerkbar. Quelle: dpa

Die Überschwemmungen in Deutschland und seinen Nachbarländern im Juli kosten den weltweit drittgrößten Rückversicherer Hannover Rück zwischen 200 und 250 Millionen Euro. Für das zweite Halbjahr zeichneten sich zudem Schäden aus den Unruhen in Südafrika ab, erklärte die Hannover Rück am Donnerstag.

Die steigenden Todesfälle in den neuen Wellen der Corona-Pandemie machten sich in der Lebens-Rückversicherung bemerkbar, vor allem in den USA und Südafrika, aber auch in Lateinamerika. „Trotz aller Herausforderungen befinden wir uns auf einem guten Kurs, unsere ambitionierten Ziele im laufenden Geschäftsjahr zu erreichen“, bestätigte Vorstandschef Jean-Jacques Henchoz die Prognosen.

An der Börse konnte Hannover Rück damit punkten: Mit einem Plus von 2,8 Prozent gehörte die Aktie zu den größten Gewinnern im Nebenwerteindex MDax.

Im ersten Halbjahr schlug die Corona-Pandemie in der Leben-Rückversicherung mit 263 Millionen Euro zu Buche. „Das lag über unseren Erwartungen“, sagte Finanzchef Clemens Jungsthöfel und verwies insbesondere auf erschreckend niedrige Impfquoten in Südafrika. „Wir gehen allerdings weiter davon aus, dass sich diese Belastungen mit dem weltweit zunehmenden Impffortschritt auch in der zweiten Jahreshälfte weiter reduzieren werden.“

Dennoch fielen hierfür bis zum Jahresende noch „nennenswerte“ Beträge an. In der Schaden-Rückversicherung, die etwa bei Veranstaltungsausfällen einspringt, ergaben sich in diesem Jahr keine neuen Corona-Schäden mehr.

Positiver Preistrend hält an

Trotz des Gegenwinds geht Hannover Rück für 2021 weiter von einem Nettogewinn von 1,15 bis 1,25 Milliarden Euro aus, sofern die Großschäden das Budget von 1,1 Milliarden Euro nicht übersteigen. Davon waren sie nach sechs Monaten weit entfernt: Mit 326 (Vorjahr: 737) Millionen Euro lagen sie um 150 Millionen Euro unter dem erwarteten Wert; der größte Einzelschaden waren die Winterstürme in Texas mit 136 Millionen Euro. Der Nettogewinn schnellte um zwei Drittel auf 671 Millionen Euro.

Die Bruttoprämie stieg im ersten Halbjahr währungsbereinigt um 14 Prozent auf 14,5 Milliarden Euro, im Gesamtjahr Jahr soll sie knapp zehn Prozent über Vorjahr liegen. Auch 2022 werde der positive Trend bei den Preisen anhalten, womöglich aber in etwas abgeschwächter Form, sagte Jungsthöfel. Denn Naturkatastrophen und andere Großschäden haben auch alternative Kapitalgeber wie Hedgefonds schwer getroffen, die in Zeiten niedriger Zinsen auf der Suche nach Rendite die Rückversicherung als Investment für sich entdeckt hatten.

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