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Rückversicherer Münchner Rück erwägt wohl Verkauf von Vermögensverwaltung in die USA

Laut Medienbericht soll die Vermögensverwaltung der Münchner Rück in die USA gehen. Die Gespräche seien jedoch noch im Anfangsstadium.

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Aktuell soll es erste Gespräche mit der Investmentfirma Guggenheim Partners geben. Quelle: dpa

Frankfurt Die Münchner Rück erwägt einem Insider zufolge einen Verkauf ihres Vermögensverwalters MEAG an den US-Fondsmanager Guggenheim Partners. Es gebe lose Gespräche, die noch in einem frühen Stadium seien, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Das Wall Street Journal berichtete, die Münchener Rück könnte im Gegenzug einen nicht näher bezifferten Anteil an Guggenheim bekommen.

Die Munich Ergo AssetManagement GmbH (MEAG) gilt mit einem verwalteten Vermögen von rund 250 Milliarden Euro als zu klein, um etwa bei großen Infrastruktur-Projekten die nötige Schlagkraft zu entwickeln. Mit einem ähnlich großen Investor wie Guggenheim wäre das leichter. Einen formellen Verkaufsprozess gebe es aber nicht, sagte der Insider.

Die Münchener Rück wollte sich zu den Informationen nicht äußern, Guggenheim war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Dem Wall Street Journal sagte ein Guggenheim-Sprecher, man höre sich Vorschläge für mögliche Übernahmen von Zeit zu Zeit an. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, Guggenheim spreche mit großen Versicherern, Staatsfonds und anderen Geldsammelstellen über eine Beteiligung an ihrer Vermögensverwaltungssparte.

Die MEAG verwaltet überwiegend Kapitalanlagen der Münchener Rück und ihre Erstversicherungstochter Ergo nach deren Vorgaben. In kleinerem Maßstab legt sie auch Investmentfonds für externe Kunden und Privatanleger auf. Guggenheim legt für Versicherer, Pensionsfonds und andere Investoren rund 305 Milliarden Dollar (260 Milliarden Euro) an. Die Münchener Rück könnte nach einer Einbringung der MEAG also mit einem größeren Minderheitsanteil an einem fusionierten Vermögensverwalter rechnen. Guggenheim ist in Privatbesitz und gehört zum Teil seinen Mitarbeitern.

Der New Yorker Investor ist bisher stark auf die USA konzentriert und könnte mit der MEAG seine Reichweite in Europa deutlich vergrößern. Vor sechs Jahren hatte Guggenheim versucht, die Infrastruktur-Investmentsparte der Deutschen Bank, RREEF, zu übernehmen. Doch die exklusiven Gespräche scheiterten.

Die Münchner Rück hatte erst am Mittwoch angekündigt, ihre auf Gruppen-Risikolebensversicherungen spezialisierte Tochter in Großbritannien an den US-Versicherungsriesen AIG zu verkaufen.

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