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Rückversicherer Überraschend wenige Großschäden – Munich Re mit Gewinnsprung

Der weltgrößte Rückversicherer startet gut ins laufende Jahr: Für das erste Quartal wird ein Nettogewinn von mehr als 800 Millionen Euro erwartet.

Der Zufall spielt dem Konzern in die Hände. Quelle: dpa

MünchenMunich Re ist mit einem Gewinnsprung in das Jahr 2018 gestartet. Weil große Naturkatastrophen und andere Großschäden bisher „zufallsbedingt“ ausblieben, erwirtschaftete der weltgrößte Rückversicherer im ersten Quartal einen Nettogewinn von mehr als 800 Millionen Euro, wie er am Montagabend in München mitteilte. Das ist ein Zuwachs von gut 40 Prozent.

Im ersten Quartal des Vorjahres habe das Ergebnis bei 557 Millionen Euro gelegen, hieß es weiter. Für das Gesamtjahr 2018 gehen die Münchner aber dennoch unverändert von einem Ergebnis zwischen 2,1 und 2,5 Milliarden Euro aus.

2017 hatte eine Serie von schweren Hurrikanen und Erdbeben in Nord- und Mittelamerika den Gewinn der Munich Re auf 400 Millionen Euro einbrechen lassen. Das führte zwar bei den Neuverhandlungen der Verträge mit den Erstversicherern kaum zu den von den Anbietern erhofften Preiserhöhungen, ließ aber die Nachfrage nach Rückversicherungsschutz steigen.

Munich-Re-Chef Joachim Wenning hatte sich in einem am Montag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters bereits optimistisch gezeigt, dass der Konzern den schleichenden Abwärtstrend der vergangenen Jahre gebrochen habe. „Ich habe nicht erwartet, dass es zu größeren Preiserhöhungen kommt. Wir haben die Ertragswende geschafft. Unsere Gewinne werden steigen – auch ohne Ratenerhöhungen.“

Der 53-Jährige stellt sich am Mittwoch – ein Jahr nach dem Amtsantritt – zum ersten Mal den Aktionären. Er will, dass der Rückversicherer wieder stärker um die Kunden kämpft und damit die Gewinne nach oben schraubt. „Auch ohne neue Themen wie Cyber-Versicherungen sehen wir Wachstumspotenziale. Wir haben unsere Marktanteile analysiert und sehen, dass mehr Geschäft zu holen ist. In einigen Regionen sind wir unterrepräsentiert.“ Das gelte auch für vermeintlich gesättigte Märkte wie die USA. Von ihren Renditevorstellungen werde Munich Re dabei aber nicht abrücken, sagte Wenning.

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