WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Rückversicherer Versicherer kommen für viele Kosten des Boeing-Absturzes auf

Talanx und Swiss Re gehören zu den Versicherern, die Boeing und Ethiopian Airlines Schutz angeboten haben. Die Firmen sind wiederum selbst versichert.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Details zur Versicherungsdeckung gab der Rückversicherer nicht bekannt. Quelle: Reuters

Zürich Mehrere Versicherungskonzerne müssen für die Kosten des Absturzes einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien aufkommen. Der Schweizer Rückversicherungskonzern Swiss Re sieht wegen des Unglücks der Maschine von Ethiopian Airlines Schadenersatzforderungen auf sich zukommen. Der Konzern aus Zürich gehöre zu Versicherungskonsortien, die sowohl den Flugzeughersteller als auch die Airline versichert hätten, erklärte eine Sprecherin von Swiss Re. In beiden Fällen sei Swiss Re nicht der führende Versicherer. Angaben zu den Details der Versicherungsdeckung lehnte die Sprecherin ab.

Der deutsche Versicherungskonzern Talanx erwartet Belastungen in einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag. „Insgesamt wird es Boeing knapp auf die Großschadenliste schaffen“, sagte Talanx-Vorstandschef Torsten Leue am Montag in Hannover. Als Großschäden bezeichnen Versicherer Schäden von mehr als zehn Millionen Euro.

Versicherung zahlt auch bei vorübergehendem Flugverbot

Der für die Rückversicherung zuständige Vorstand Ulrich Wallin sagte auf der Talanx-Bilanzpressekonferenz, Boeing habe eine Produkthaftpflicht-Police bei dem Konsortium abgeschlossen, das auch für die finanziellen Folgen eines vorübergehenden Flugverbots (Grounding Liability) aufkomme.

„In irgendeiner Weise sind wir an allen Luftfahrt-Policen beteiligt“, sagte Wallin, der auch die Talanx-Tochter Hannover Rück führt. Die Nummer vier unter den Rückversicherern weltweit habe sich aber selbst „intensiv“ abgesichert und das Risiko bei Boeing zu großen Teilen an andere Versicherer weitergereicht.

Am 10. März war eine Ethiopian-Maschine des Typs Boeing 737 MAX aus bislang ungeklärten Gründen abgestürzt. 157 Menschen kamen dabei ums Leben. Es ist bereits das zweite Unglück mit diesem relativ neuen Flugzeugmodell. Boeing empfahl seinen Kunden, die rund 350 betriebenen Maschinen dieses Typs vorerst am Boden zu lassen, nachdem zuvor bereits zahlreiche nationale Behörden weltweit ein Startverbot verhängt hatten.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%