WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Schneesturm und Brexit Großbritanniens Wirtschaft verzeichnet minimales Wachstum von 0,1 Prozent

Die Wachstumskurve zeigt in Großbritannien nur gerade so noch nach oben. Der Brexit und Winterstürme setzten der Insel zu Jahresbeginn zu.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:

London Die britische Wirtschaft ist zu Jahresbeginn überraschend kaum noch gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte in den ersten drei Monaten des Jahres nur noch um 0,1 Prozent zu, wie das Statistikamt (ONS) am Freitag auf Basis vorläufiger Daten in London mitteilte. Dies ist das niedrigste Tempo seit Anfang 2012.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Wert von 0,3 Prozent gerechnet, nachdem das BIP Ende 2017 noch um 0,4 Prozent zugelegt hatte. Zu dem niedrigen Wachstum trugen teilweise auch die starken Schneefälle bei, die insbesondere Einzelhandelsgeschäfte und der Bau zu spüren bekamen.

Ende Februar und Anfang März hatten von den Briten als „Biest aus dem Osten“ gefürchtete Winterstürme mit Eis und Schnee die Insel heimgesucht.

Doch das ONS wies zugleich daraufhin, dass der Bau unabhängig von diesem Witterungsphänomen bereits im Januar einen Fehlstart ins Jahr hingelegt hatte. Zugleich förderten die Schneefälle die Geschäfte auch in gewissen Branchen – so bei Energieversorgern und im Online-Handel.

Angesichts der Konjunkturabschwächung und einer abflauenden Inflation hat die Notenbank eine für Mai ins Auge gefasste Zinserhöhung offenbar abgeblasen und den Finanzmärkten jüngst einen entsprechenden Fingerzeig gegeben.

Der Brexit hat laut Notenbankchef Mark Carney die „Höchstgeschwindigkeit“ der Wirtschaftsleistung im Vereinigten Königreich gedrosselt, das einst eines der am schnellsten wachsenden Industrieländer der Welt war. Das änderte sich mit dem EU-Ausstiegsvotum der Briten vom Sommer 2016, das zu einer Schwächung der Landeswährung Pfund führte und die Inflation anheizte.

Das Pfund gab nach den überraschend schwachen Konjunkturdaten um 0,7 Prozent auf 1,3813 Dollar nach. Der Internationale Währungsfonds erwartet, dass Großbritannien dieses Jahr mit einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1,6 Prozent deutlich hinter das lange Zeit als konjunktureller Nachzügler geltende Frankreich zurückfällt. Zu Jahresbeginn wuchs die französische Volkswirtschaft um 0,3 Prozent und damit stärker als in Großbritannien.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%