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Schweizer Banken Vermögensverwalter Julius Bär will 300 Stellen streichen

Der Gewinn der Bank sackte im abgelaufenen Geschäftsjahr um über ein Drittel ab. In den nächsten drei Jahren will Bär 200 Millionen Franken einsparen.

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Die Bank musste den Wert der unter Vermögensabflüssen leidenden italienischen Fondstochter Kairos in den eigenen Büchern um 99 Millionen Franken nach unten korrigieren. Quelle: Reuters

Der neue Konzernchef Philipp Rickenbacher verordnet der Bank Julius Bär einen Sparkurs. Im laufenden Jahr will der Schweizer Vermögensverwalter 300 Stellen abbauen, wie Rickenbacher am Montag auf einer Telefonkonferenz erklärte. Die Kürzungen beträfen sowohl Mitarbeiter mit Kundenkontakt als auch solche in der Abwicklung. Ende 2019 beschäftigte das Unternehmen 6639 Personen. Zudem prüfe Bär den Ausstieg aus gewissen Märkten. Innerhalb von drei Jahren wolle die Bank insgesamt 200 Millionen Franken einsparen.

Im gleichen Zeitraum sollen die Erträge um 150 Millionen Franken anziehen. Mit diesen Anpassungen wolle Bär die Kosten-Ertragsquote verbessern. Einem Franken an Einnahmen sollen maximal 0,67 Franken an Ausgaben gegenüberstehen. Bisher sind es 0,68 Franken.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr sackte der Gewinn um 37 Prozent auf 465 Millionen Franken ab. Bär korrigierte den Wert der unter Vermögensabflüssen leidenden italienischen Fondstochter Kairos in den eigenen Büchern um 99 Millionen Franken nach unten. Zudem stellte die Bank 153 Millionen Franken in Zusammenhang mit einer Klage der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben zurück.

Die mittelfristige Wachstumsvorgabe für neu eingesammelte Gelder von vier bis sechs Prozent verfehlte Bär im abgelaufenen Jahr. Die Bank kam auf 2,8 Prozent Wachstum. 2018 waren es noch 4,5 Prozent gewesen. Die Privatbank begründete die Abschwächung mit Geldabflüssen bei der italienischen Tochter Kairos nach einer zuletzt schlechten Entwicklung ihrer Fonds sowie Management-Abgängen. Bär verwaltete Ende 2019 Vermögen von 426 Milliarden Franken.

Das Wachstumsziel will der Vermögensverwalter nun aufgeben. Stattdessen peilt Bär neu eine Steigerung des bereinigten Vorsteuergewinns um über zehn Prozent pro Jahr an. Rickenbachers Vorvorgänger Boris Collardi hatte vor allem auf Wachstum gesetzt, war dabei aber auch Risiken eingegangen. So sah sich Bär mit mehreren Rechtsfällen konfrontiert.

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