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Sitzungsprotokolle EZB diskutiert weitere Schritte zur Zinswende

Die Europäische Zentralbank will schon bald ihre Kommunikation ändern und die Märkte an eine straffere Geldpolitik gewöhnen. Dies geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Protokoll der Ratssitzung im Dezember hervor.

Bald will der Rat der Notenbank über Änderungen in der Kommunikation sprechen. Quelle: dpa

FrankfurtInnerhalb der EZB nimmt die Diskussion über die nächsten geldpolitischen Schritte hin zur Zinswende Fahrt auf. Schon früh in diesem Jahr könnten sich die Währungshüter mit der Kommunikation ihrer geldpolitischen Ausrichtung und ihres geldpolitischen Ausblicks neu befassen, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Protokoll der Dezember-Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht. Die Euro-Notenbank machte zugleich klar, dass sie dabei Änderungen sehr behutsam vornehmen wird. Der geldpolitische Ausblick - die sogenannte "Forward Guidance" - ist ein wichtiges Instrument der EZB, um Finanzmärkte frühzeitig auf kommende geldpolitische Schritte vorzubereiten.

Der Euro reagierte umgehend und zog bis auf 1,2026 Dollar von zuvor 1,1940 an. "Der Markt interpretiert das so, dass die Notenbank den Wortlaut ihres Statements im Januar ändern könnte", sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortlaut. "Der Hinweis zur möglichen Aufstockung oder Verlängerung der Anleihekäufe könnte gestrichen werden." Die nächsten Zinssitzungen der EZB sind am 25. Januar und am 8. März.

"Es wurde nahegelegt, dass sich die Kommunikation des EZB-Rats graduell mit der Zeit ändern sollte, um plötzliche und unerwünschte Entwicklungen bei den Finanzierungsbedingungen zu vermeiden," hieß es im Protokoll. Dabei wollen die Euro-Wächter an ihrer Schrittfolge nicht rütteln, die Zinserhöhungen erst nach Ende der Anleihenkäufe vorsehen. Der Leitzins liegt seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent.

Bislang stehen bei der EZB die billionenschweren Anleihenkäufe im Fokus. Sie hält zudem immer noch an der Klausel fest, dass sie die in Deutschland umstrittenen Käufe wenn erforderlich sogar erneut vergrößern oder verlängern könnte. An den Finanzmärkten wird damit allerdings nicht mehr gerechnet. Einen wichtigen Schritt in Richtung Zinswende hatte die EZB angesichts des sich festigenden Aufschwungs im Euro-Raum bereits gewagt. So werden ab diesem Januar die monatlichen Anleihenkäufe auf 30 Milliarden Euro halbiert. Sie sollen aber noch bis mindestens Ende September 2018 fortgesetzt werden. Ein konkretes Enddatum für die Käufe, wie es unter anderem Bundesbank-Präsident Jens Weidmann fordert, nannte die EZB bislang nicht.

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